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pte20191209030 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Schlagzeugspielen verändert das Gehirn

Dickere Fasern im Hauptverbindungstrakt zwischen den beiden Hirnhälften nachgewiesen


Drummer haben eine veränderte Gehirnstruktur (Foto: pixabay.com, skeeze)
Drummer haben eine veränderte Gehirnstruktur (Foto: pixabay.com, skeeze)

Bochum (pte030/09.12.2019/13:30) - Menschen, die jahrelang regelmäßig Schlagzeug spielen, unterscheiden sich in Hirnstruktur und -aktivität von unmusikalischen Menschen. Schlagzeuger besitzen demnach weniger, aber dafür dickere Fasern im Hauptverbindungstrakt zwischen den beiden Hirnhälften. Zudem sind ihre motorischen Hirnareale effizienter organisiert, wie Forscher des Universitätsklinikums Bergmannsheil http://bergmannsheil.bg-kliniken.de im Zuge einer MRT-Studie ermittelt haben. Details wurden in "Brain and Behavior" veröffentlicht.

Corpus Callosums verändert

"Die meisten Menschen können feinmotorische Aufgaben nur mit einer Hand ausführen und haben Probleme, mit beiden Händen gleichzeitig unterschiedliche Rhythmen zu spielen. Schlagzeuger können Dinge, die für untrainierte Menschen unmöglich sind", so Lara Schlaffke. Sie und das Team haben 20 Profi-Schlagzeuger getestet, die ihr Instrument durchschnittlich seit 17 Jahren spielten und aktuell mehr als zehn Stunden pro Woche übten. MRT-Bildgebungstechniken halfen dabei, ein genaues Bild vom Gehin zu erhalten.

Die Daten verglichen die Wissenschaftler mit Messungen von 24 unmusikalischen Kontrollprobanden. Beide Gruppen mussten zunächst Schlagzeug spielen, um ihre Fähigkeiten zu testen, und wurden dann im MRT-Scanner untersucht. Ergebnis: Schlagzeuger zeigten deutliche Unterschiede im vorderen Teil des Corpus Callosums, einer Hirnstruktur, die die beiden Hemisphären miteinander verbindet und deren vorderer Teil für die Planung der Motorik verantwortlich ist.

Informationen fließen besser

Die erhobenen Daten der Forscher deuteten darauf hin, dass Schlagzeuger weniger, aber dickere Fasern im wichtigen Verbindungstrakt zwischen den Hirnhälften haben. Dadurch können die Musiker Informationen schneller zwischen den Hirnhälften austauschen als die Kontrollpersonen. Die Struktur des Corpus Callosums sagte auch die Leistung beim Schlagzeug-Test voraus: Je höher das Maß für die Dicke der Fasern im Corpus Callosum war, desto besser waren die Fähigkeiten beim Schlagzeugspielen. Auch war das Gehirn von Schlagzeugern bei motorischen Aufgaben weniger aktiv als das der Kontrollprobanden.

(Ende)
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