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pte20000824047 in Leben

Schizophrenie-Stigma führt zu mangelhafter Betreuung

Reformen aber keine neuen Versorgungsstrukturen


Innsbruck (pte047/24.08.2000/16:15)

Dass ausreichende ambulante Versorgungsstrukturen für Schizophrene nicht vorhanden sind, ist eine der Konsequenzen der Stigmatisierung der Krankheit. Dies sagte Ulrich Meise, Mitglied der Steuerungskommission der eben gestarteten Anti-Stigmatisierungskampagne "Schizophrenie hat viele Gesichter", gegenüber pressetext.austria.

Derzeit würden Reformen ausgearbeitet, die nur auf die Reduktion von Betten zielten, so Meise. Dass eine neue Studie aus Schweden ergab, dass der Trend zur ambulanten Behandlung von Schizophrenen mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate verbunden sei, überrascht Meise nicht. Siehe: pte-Meldung http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=000821036 In den USA und Großbritannien, wo es einen dramatischen Bettenabbau gegeben habe, gebe es immer mehr Schizophrene, die angesichts mangelhafter ambulanter Versorgungsstrukturen nicht erreicht würden.

Vor allem seien die chronisch kranken Schizophrenen gefährdet, erklärte Meise. Gerade die, die etwa gleichzeitig an einer Suchtkrankheit leiden, fielen oft durch das soziale Netz. Immer mehr von ihnen würden obdachlos. Unter den Obdachlosen sei die Zahl der Selbstmorde relativ hoch, bei steigender Tendenz.

Zur Kampagne "Schizophrenie hat viele Gesichter" siehe pte-Meldung: http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=000822023 (Ende)
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