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pte20000621020 in Leben

Schizophrenie-Genregion lokalisiert

US-Forscher erfolgreich bei Suche nach Schizophrenie-Ursachen


New Jersey/New York (pte020/21.06.2000/11:45)

Etwa ein Prozent der Menschheit ist schizophren. Das gilt für beide Geschlechter und über alle Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Ursachen wie bestimmte Infektionen, Ernährungsgewohnheiten oder Umgangsformen scheiden demnach aus. Gesichert ist nur, dass sich die Störung bei Blutsverwandten häuft. Erst jetzt haben Forscher an der Rutgers-Universität http://www.rutgers.edu/ im US-Bundesstaat New York auf dem menschlichen Chromosom 1 eine Region einkreisen können, in der ein verantwortliches Gen liegt.

In der Fachwelt hat die Arbeit von Linda Brzutowicz bereits für Aufsehen gesorgt. Und das, obwohl die amerikanische Neurowissenschaftlerin die Ergebnisse eher zurückhaltend zusammenfasst: "Erstens haben wir das Gen selbst noch nicht. Wir haben nur eine Region von rund 100 Genen ausfindig gemacht, in der es liegen muss. Zweitens: Wenn jemand das Gen erbt, heißt das noch lange nicht, dass er eine Schizophrenie entwickeln wird. Die Wahrscheinlichkeit steigt lediglich. Und drittens ist schon jetzt klar, dass mehr als ein Gen beteiligt sein muss."

Dennoch sind durch den Fund jetzt die Voraussetzungen geschaffen, um nach den molekularen Ursachen für das vielschichtige Krankheitsbild zu suchen. Die Forscher können beginnen, den Mechanismus der Krankheit vom fehlenden oder falsch regulierten Gen an aufzuklären. Bislang waren sie darauf angewiesen, die Gehirne von Erkrankten nach Veränderungen abzusuchen. Dabei fanden sie ein gestörtes Gleichgewicht bei den Botenstoffen im Gehirn, sie fanden ein geringeres Gehirnvolumen in bestimmten Regionen und stellten fest, dass das Hirn von Schizophrenen wahrscheinlich weniger plastisch ist, sich also weniger leicht anpasst. Aber all das erklärte kaum die Wahnvorstellungen von Schizophrenen, ihre Halluzinationen und ihre gestörte Gefühlswelt.

Was das Gen auf Chromosom 1 genau macht, wenn es intakt ist, wie es bei den Schizophrenen verändert ist und was es dadurch bewirkt, bleibt jetzt die spannende Frage. Für ihre Studie hat sich Linda Brzutowicz auf große kanadische Familien irischer oder deutscher Herkunft mit zahlreichen Fällen von Schizophrenie konzentriert. Bei ihnen suchte sie nach markanten Stellen im Erbgut, die immer gemeinsam mit der Krankheit vererbt werden. In der Nähe dieser markanten Stellen musste auch ihr Schizophrenie-Gen liegen. Ob der Genort, den sie gefunden hat, auch bei asiatischen oder afrikanischen Volksgruppen eine Rolle spielt, kann sie deshalb jetzt noch gar nicht sagen. im Augenblick denkt die Wissenschaftlerin eher daran, genetische Tests zur Früherkennung zu entwickeln.

In der vergangenen Woche hat sich in Deutschland das "Kompetenznetz Schizophrenie" http://www.kompetenznetz-schizophrenie.de gegründet. Ziel ist die Vernetzung von Forschung, bessere Betreuung der Patienten und Früherkennung. (dradio) (Ende)
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