pte20000331026 in Leben
Rund 80 Prozent der Nahrungsmittel enthalten chemische Zusätze
"Chemische Konservierung besser als Schimmelpilze und Bakterien"
Hamburg/Wien (pte026/31.03.2000/12:36)
80 Prozent unserer Nahrung sind mit industriell hergestellten Substanzen versehen werden. Wissenschaftler sind sich aber einig, dass die chemischen Zusätze keine Auswirkungen auf die Gesundheit haben, berichtet die deutsche Zeitschrift "vital" in ihrer neuesten Ausgabe.Man könne davon ausgehen, dass alle Nahrungsmittel für die Gesundheit unbedenklich wären, sagte Alexandra Gruber, Ernährungswissenschaftlerin der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung http://www.univie.ac.at/oege gegenüber pressetext.austria. Buchautoren erzielten Spitzenauflagen mit Horrorszenarien und immer mehr Menschen fragten sich, welche Auswirkungen dies auf ihre Gesundheit habe. Gruber meinte, dass diese Szenerien immer wieder gemalt werden. Das sei ein alter Hut. "Es gibt aber Substanzen, auf die manche Menschen allergisch reagieren. Dazu gehört zum Beispiel der Lebensmittelfarbstoff Chinolingelb", so Gruber. Auch der Zuckeraustauschstoff Aspartam bewirke bei exzessiver Einnahme Durchfall. Dies sei aber auf den jeweiligen Verpackungen der Lebensmittel vermerkt.
Auch Klaus Runow, Arzt des Umweltinstituts Bad Emstal, erklärt gegenüber "vital", es gebe keinen Grund zur Panik. Allerdings, so der Arzt, werde es noch Jahre dauern, bis alle gesundheitlichen Auswirkungen der künstlich manipulierten Lebensmittel ausreichend erforscht seien. "Der derzeitige Forschungsstand lässt vermuten, dass die Gefahr, die von Zusatzstoffen ausgeht, geringer ist als befürchtet". Dass es immer wieder Personen gebe, die heftig auf einige Stoffe reagieren, räumen die Mediziner jedoch auch ein. Jeder Hundertste reagiere allergisch auf Zusatzstoffe, einige hätten sogar Probleme, die bis hin zu Asthma und epileptischen Anfällen reichen.
Grubers Befürchtungen gehen in eine andere Richtung. "In meinen sechsjährigen Studien habe ich erfahren, dass die Probleme ganz woanders liegen: die Menschen essen zu üppig, zu fett und viele lagern die Lebensmittel noch immer falsch". Salmonellen und Listerien seien gesundheitsbedrohlich. Falsche Lagerung und Unterbrechung von Kühlketten seien dafür verantwortlich. Es sei auch unverantwortlich, wenn Lebensmittel mit sichtbaren Schimmel befallen seien, den sichtbaren Befall zu entfernen und den Rest weiter zu essen. "Die größten Gesundheitsrisiken ergeben sich immer noch auf Grund des schlampigen Umgangs mit Nahrungsmitteln"
Runow glaubt, dass bei vielen Betroffenen eine so genannte Pseudo-Allergie vorliegt: Obwohl kein immunologischer Befund vorhanden sei, könnten die Auswirkungen genauso quälend sein wie bei einer echten Allergie. "Vor allem Konservierungsstoffe und künstliche Farb- und Geschmacksstoffe sind problematisch", sagt Runow. Über die Darmwand, deren Oberfläche der Größe eines halben Fußballfeldes entspreche, dringen die Reizstoffe in den Stoffwechsel ein und stören das Immunsystem und die Entgiftungsfunktionen des Körpers. Besonders problematisch sei das Zusammentreffen von mehreren Stoffen. Auch wenn die einzelne Substanz nicht giftig sei, bringe bei empfindlichen Menschen oft die Fülle das Fass zum Überlaufen.
Gruber ist Herausgeberin der Broschüre "Lebensmittel heute - Schwer verdaulich", die bei der Arbeiterkammer Niederösterreich http://www.aknoe.at erschienen ist.
Weitere Informationen über Listerien: http://www.rki.de/PRESSE/PD/PD2000/PD_2002.HTM (Ende)
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