pte20000315026 in Leben
Rund 35% der Österreicher leiden an Allergien
Aufruf der Mediziner zum Allergie-Check
Wien (pte026/15.03.2000/12:42)
35 Prozent aller Österreicher leiden an Allergien, die Tendenz ist steigend. Diese Prognose wurde heute, Mittwoch, vom Vorstand der Gesellschaft Österreichischer Allergie- und Polleninformationsdienst GAPID, veröffentlicht. Die GAPID ruft gemeinsam mit der Apothekerkammer und den Allergie-Labors zum dringenden Allergie-Check http://www.allergiecheck.at auf. Ein Großteil der Beschwerden nehme bei Nicht-Behandlung zu, aus einem einfachen Heuschnupfen werde in rund einem Drittel der Fälle ein bronchiales Asthma."Österreich steht mit den wachsenden Fällen von Allergien nicht alleine da, in ganz Westeuropa wäre eine ähnliche Situation bemerkbar", erklärte Friedrich Horak, Vorstand der GAPID http://allergy.hno.akh-wien.ac.at/horak . Allergien beginnen bereits im ersten Lebensjahr, fünf Prozent aller Kleinkinder leiden darunter, bereits ein Fünftel aller Schulkinder wären Allergiker. "Wir müssen die Zahlen leider jährlich nach oben korrigieren", so Horak. Offensichtlich nehme mit der Hygiene auch die Zahl der Allergiker zu. Am Beispiel der alten und neuen Bundesländer Deutschlands wäre das zu sehen gewesen. In der Zwischenzeit gebe es jedoch keinen Unterschied mehr, so Horak.
Aufmerksam geworden sei man auf das Problem auch durch den immensen Anstieg verkaufter Asthma-Medikamente. Von 1995 bis 1999 sei der Markt inhalativer Kortikoide, das sind Inhalatoren zur Asthmabekämpfung, von 150 Mio. Schilling auf fast 250 Mio. Schilling angestiegen, ermittelte das IMS Austria. "Allergien kosten dem Staat viel Geld, die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist beinahe so hoch, wie bei Krebspatienten. Asthma verkürzt die Lebenserwartung drastisch", so Horak. Daher müssen die Menschen aufgeklärt werden, denn Allergien sind kein Schicksal. Mit heutigen Methoden könne zumindest eine wesentliche Erleichterung der Symptome erreicht werden.
"Die Aussagen über Allergien, die vielerorts kolportiert werden, sind falsch", so Horak. "Allergien lassen mit höherem Lebensalter nicht an Intensität nach, es gebe genug Beispiele für ältere Asthma-Patienten. Daher gelte es rechtzeitig einen Allergie-Test zu machen, um die Erkrankung wirksam zu behandeln, so Horak. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Ärztekammer, rät bei allen nicht diagnostizierten Erkrankungen, die eine gewisse Regelmäßigkeit aufweisen, zu einem Allergie-Test. Nur dann könne mit einer wirksamen Behandlung begonnen werden, so Körner.
"Allergien sind Immunsystem-Erkrankungen, die sich in verschiedenen organischen Leiden manifestieren, das reicht von Magen-Darm-Trakt-Erkrankungen, über Kopfschmerzen, Hautreizungen und Pustelbildung bis hin zu den bekannten asthmatischen Leiden", so Horak. Beatrix Tichatschek, Leiterin des Allergie-Zentrums Wien West meint, dass ein jährlicher Allergie-Test auch bei bekannten Allergien notwendig sei. Der Test sei innerhalb einer Stunde gemacht, in rund 98 Prozent der Fälle werde der Allergie-Bluttest nach einem bis zwei Kalendertagen ausgewertet. Das Ergebnis des Allergietests sei für die nachhaltige Behandlung von größter Wichtigkeit. So könne in einigen Fällen auch eine Allergen-Karenz die Beschwerden beseitigen, dazu müsse der Patient aber erst wissen, worauf er allergisch reagiere. (ww)
Österreichischer Pollenflugkalender: http://www.cat.at/pollen/at/index.de.html (Ende)
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