pts20000509015 in Forschung
Road-Pricing ohne Mautstellen
Grazer Unternehmen will Mautstationen durch Infrarottechnologie ersetzen
Graz (pts015/09.05.2000/11:01)
Mit einem so genannten "Eurotoll Multilane Free Flow"-System glaubt das Grazer High-Tech-Unternehmen Efkon, eine günstige und tüchtige Lösung für Lkw-Road-Pricing gefunden zu haben. http://www.efkon.com Die Chancen für Efkon, das rein elektronische Eurotoll-System in Österreich umzusetzen, stehen allerdings momentan ziemlich schlecht. Die seit dem 18. April laufende Ausschreibung für ein Lkw-Road-Pricing-Verfahren betrifft nämlich ein auf Mikrowellentechnik basierendes duales System, das sowohl die elektronische als auch die händische Maut-Abrechnung ermöglicht.Mautstellen würden durch die Infrarottechnologie überflüssig, erklärte Efkon-Market Research & Planning-Koordinator Nikolaus Rumpf. Das Efkon-System basiert auf einer Chipkarte, die in einen kleinen an der Windschutzscheibe angebrachten Kasten (On-Board-Unit) gesteckt wird. Am Straßenrand aufgestellte Säulen lesen mittels Infrarottechnologie (Bild) die Daten des jeweiligen Fahrzeuges. Eine Rechnung kann dann automatisch erstellt werden. Je nach Kundenwunsch kann das Geld direkt von einem Konto oder von der Karte selbst abgebucht werden.
Die Eurotoll-Säulen als Kontrollorgane seien wesentlich kostengünstiger als Mautstellen, so Rumpf. Diese können schnell und ohne große Verkehrsstörungen errichtet und mit minimalem Aufwand gewartet werden. Darüber hinaus würden Infrarot-Datenübertragungen anders als Mikrowellen-Systeme weder von widrigen Witterungsverhältnissen noch von getönten Windschutzscheiben beeinträchtigt. Das System sei auch zu 99,9 Prozent sicher. Durch die "Authorized Vehicle Enforcement"-Technologie würden digitale Kontrollbilder automatisch gemacht. Falls nicht autorisierte Fahrzeuge durchführen, könnten diese zur Rechenschaft gezogen werden.
Während das Errichten des dualen Systems um die vier Mrd. Schilling kosten würde, wäre das Eurotoll-System für rund 800 Mio. Schilling zu haben, so Efkon-Geschäftsführer Helmut Rieder. Die jährlichen Betriebskosten wären beim Efkon-System ca. 400 Mio. Schilling im Vergleich zu 1,5 Mrd. Schilling beim dualen System. Im Infrastrukturministerium werden Zweifel am Sinn eines dualen Systems tatsächlich gehegt. Minister Michael Schmid betont, dass die Ausschreibung vor seiner Zeit fixiert worden sei. Schmid möchte bis 1. Juli prüfen, ob es zu den 90 geplanten Mauthütten eine rein elektronische Alternative für das Juli 2002 in Kraft tretende Lkw-Road-Pricing gibt.
Obwohl Efkon bis jetzt noch keinen großen Durchbruch auf dem österreichischen Markt erzielen konnte, wird die Road-Pricing-Technologie unter anderem bereits in Malaysien, Brasilien, China, Indien und Taiwan eingesetzt. In Taiwan sind bereits 6.000 On-Board-Units im Betrieb. Bis 2003 werden weitere drei Mio. Stück von Efkon geliefert.
Efkon wurde 1994 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 70 Mitarbeiter in der Grazer Zentrale und in Zweigstellen in Malaysien, China, Indien und Südafrika. 1999 hat Efkon rund 240 Mio. Schilling umgesetzt.
Das Unternehmen:
EFKON
Andritzer Reichsstrasse 66
A-8045 Graz
Tel: 0316/69 56 75
Fax: 0316/69 56 759
E-Mail: office@efkon.com
Ansprechpartner: Mag. Nikolaus Rumpf (Ende)
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