pte20000504007 in Forschung
Radar macht Landminen unschädlich
Radargerät spürt Landminen auf und "verstopft"sie
Columbus/Ohio (pte007/04.05.2000/11:00)
Die Ohio State University http://www.acs.ohio-state.edu hat mit Hilfe von bodendurchdringendem Radar wichtige Schritte zum gefahrlosen Aufspüren und Unschädlichmachen von Landminen getan. In der IEEE Transactions on Geoscience and Remote Sensing http://www.ieee.org/organizations/pubs/transactions/tgrs.htm wurden kürzlich zwei neue Antennenformen und eine neue Methode zum Entschärfen beschrieben. "Unser Ziel ist es, die Minen mit Radar so zu erkennen, wie Menschen an ihren Fingerabdrücken", sagte Chi-Chih Chen vom Electroscience Laboratory der Ohio State Universität. Die Forscher hoffen, ein tragbares Gerät zu entwickeln, das Minen aufspürt und entschärft, indem es einen Stoff in den Boden einbringt, der den Auslöser der Mine blockiert. http://www.acs.ohio-state.edu/units/research/archive/landmine.htmMinen sind heutzutage nicht mehr aus Metall, was es schwerer macht, sie zu finden. Um die Plastikminen zu finden, nutzen die Wissenschaftler der Ohio State Universität zufolge einen bodendurchdringenden Radar (GPR). Herkömmlicher GPR habe dabei das Problem, dass er nur im Boden wirke und direkt aufgelegt werden müsse. Das aber löse die Sprengkörper aus und könne nicht verwendet werden. Die neue Radartechnologie funktioniere so: Die Forscher bündelten die Radarenergie an einem Punkt unter der Erdoberfläche vor dem Suchenden. Die programmierbare Steuereinheit filtere dabei Signale, die wahllos ankämen, heraus und finde die Minen. In Tests hat das Gerät Minen aufgespürt.
Zwei Antennenformen haben die Wissenschaftler entwickelt. Zunächst eine Parabolantenne, die allerdings mit etwa 70 Zentimetern Durchmesser und einem Gewicht von rund 23 Kilogramm für einen Menschen allerdings schwer zu tragen sei. Das System tauge für den Anbau an einem Panzer, nicht aber zur Suche zu Fuß. Das führte die Forscher zum Bau einer Stabantenne. Mit nur etwa drei Kilogramm sei diese etwa so groß wie ein Regenschirm oder ein Besen, sagte Leon Peters, ehemaliger Professor am Electroscience Laboratory. Außerdem zeige diese Antenne direkt auf die gefundene Mine.
Um die Minen unschädlich zu machen, wird heute oft ein chemischer Stoff verwendet. Chen erklärte, diese Stoffe würden mit einem speziellen Schießmechanismus auf die Mine gebracht. Dort verstopften sie den Auslöser, indem sie den umgebenden Boden verhärteten. "Nachher kann man die Minen einfach ausgraben und wegschmeißen", sagte er. Im Moment arbeiten die Forscher an einem Gerät, dass den Unterschied zwischen Sprengkörpern und vergrabenem Abfall oder Felsen findet. (wsa/Ohio State University) (Ende)
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