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pte20000409016 in Leben

Psychologen erforschen das "Hören von Farben"

Forschungsprojekt untersucht Phänomen der Synästhesie


Leipzig (pte016/09.04.2000/11:45)

Die Fähigkeit mancher Menschen, verschiedene Sinneseindrücke zu kombinieren, untersuchen Wissenschaftler vom Institut für Allgemeine Psychologie der Universität Leipzig. http://www.uni-leipzig.de Von der Klärung dieses, Synästhesie genannten Phänomens erhoffen sie sich neue Einsichten darüber, wie das menschliche Bewusstsein funktioniert.

Die Fähigkeit, verschiedene Sinneseindrücke miteinander zu verbinden, hatten auch Johann Wolfgang von Goethe, der russische Maler W. Kandinsky und viele andere berühmte und weniger berühmte Persönlichkeiten. Wissenschaftler vom Institut für Allgemeine Psychologie der Universität Leipzig versuchen nun, diesen besonderen Wahrnehmungen auf die Spur zu kommen. Für ihr Forschungsprojekt, das unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Müller und Dr. Christian Kaernbach steht, suchen sie Menschen, die ähnliche Phänomene bei sich bemerkt haben und sich mit anderen so genannten Synästhetikern und den Wissenschaftlern austauschen möchten.

Die Fähigkeit, Farben zu hören oder Töne zu sehen, die, so Sabine Schneider vom Institut für Allgemeine Psychologie, "im ersten Moment fast märchenhaft anmutet", wird mit dem griechischen Begriff "Synästhesie" (Sinnesvermischung) bezeichnet. Hierbei werden "mehrere Sinne auf unorthodoxe, faszinierend andere Weise miteinander verbunden", erklärt Schneider. Die häufigste Form der Synästhesie ist das so genannte "farbige Hören". Für Menschen, die über diese Fähigkeit verfügen, leuchten die Töne. Das heißt, zu alltäglichen Höreindrücken wie Geräuschen, Wörtern, Zahlen oder auch Tönen erscheinen ihnen "vor dem inneren Auge" unwillkürlich Farben.

Goethe etwa vergleicht in seiner Farbenlehre die Harmonien der Musik mit seinen Stimmungen, die durch Farbtöne hervorgerufen werden. Der Komponist A. Schönberg verarbeitete seine Visionen der Verbindung von Musik und Malerei in seinen Bühnenwerken. Und der russische Maler W. Kandinsky schreibt in seinen Kindheitserinnerungen, dass sich der Himmel von Moskau abends "wie eine tolle Tuba" verfärbte und summte den Farbton, bevor er ihn auf der Palette mischte. Auch Fälle von anderen Sinnesmischungen gibt es, beispielsweise die Verbindung von Farbe und Geschmack. Sie sind allerdings seltener. So berichtet der amerikanische Neurologe R. Cytowic von einem Gast, der sich beklagte: "Das Hühnchen schmeckte kugelförmig".

Es wird vermutet, dass Synästhesie oft mit einer Erweiterung der Wahrnehmungsfähigkeit einhergeht, die Kreativität fördert und außergewöhnliche Gedächtnisleistungen ermöglicht. So nutzen Synästhetiker ihre Fähigkeit z.B. als Eselsbrücke, indem sie sich Telefonnummern oder Vokabeln farbig merken. Durch die Klärung dieses Phänomens erhoffen sich die Leipziger Wissenschaftler neue Einsichten darüber, wie unser Bewusstsein funktioniert. Informationen: Sabine Schneider, E-Mail: erz95alr@studserv.uni-leipzig.de (idw) (Ende)
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