pte20000506017 in Leben
Polizei startet österreichweite Kodierungsaktion für Fahrräder
Kostenloser Diebstahlschutz
Wien (pte017/06.05.2000/16:38)
Polizei und Gendarmerie starten heuer eine österreichweite Fahrradkodierungsaktion. So soll einerseits Raub erschwert, andererseits aber dürfte dadurch auch Diebe leichter ausgeforscht werden können. Bei der Fahrradcodierung wird für jeden Fahrradbesitzer ein individueller Code erstellt. Da der Code nicht zentral gespeichert, sondern im Bedarfsfall rekonstruiert wird, spricht man von einer "rollenden Datenbank". Der Fahrradeigentümer braucht keinen Datenmißbrauch zu befürchten. Dieser Service wird von Polizei und Gendarmerie kostenlos angeboten.Ein Fahrradcode setzt sich wie folgt zusammen: Aus der Meldeanschrift und den Initialen des Fahrradeigentümers wird eine Buchstaben- und Zahlenkombination erstellt. Mit Stand 1.1.1999 steht ein Straßenverzeichnis des gesamten Bundesgebietes zur Verfügung. Die Gravur erfolgt immer auf der rechten Seite des Fahrrades, wenn möglich am Sattelrohr. Bislang konnte nach Angaben der Polizei jeder Rahmen codiert werden. Die Frästiefe beträgt ca. 0,2 mm. Ein technisches Gutachten über die unbeeinträchtigte Festigkeit des Rahmens liegt vor. Nicht bearbeitet werden dürfen bislang Carbon- und Titanrahmen, wobei derzeit eine Untersuchung betreffend der Titanrahmen im Gange ist. Das Fräsen dauert ca. eine Minute. Die Handhabung des Gerätes ist einfach. Außer dem Schleifen des Fräsers nach ca. 200 Gravuren, entstehen keine Kosten. Über die gefräste Stelle kommt ein teils transparenter Aufkleber. Einerseits schützt er die Stelle vor Oxidation, andererseits wird durch ein auffälliges Pickerl auf die Kodierung aufmerksam gemacht. Die Bundespolizeidirektion Wels, die diesen Service 1996 nach deutschem Vorbild begonnen hat, stellt dem Eigentümer nach der Codierung einen Fahrradpaß aus, in dem der eingravierte Code vermerkt ist.
Ein Fahrrad ist nach Angaben der Polizei optimal vor Diebstahl geschützt, wenn es codiert ist und wenn es gut und richtig versperrt ist. Für den potentiellen Fahrraddieb sei ein codiertes Fahrrad "heiße" Ware und damit unattraktiv. In Wels sind demnach seit der Einführung der für den Bürger kostenlosen Fahrradcodierung die Anzeigen um ca. 35 % zurückgegangen. In Zahlen wurden jährlich etwa 120 Fahrräder weniger gestohlen. Der finanzielle Schaden ging um eine halbe Million Schilling zurück. Die Ausforschung von Verdächtigen konnte deutlich erleichtert und die Aufklärungsquote erheblich gesteigert werden. (Termine: http://www.bmi.gv.at/Kriminalpolizei/Beratungsdienst/Fahrradcode/fahrradtermine/fahrradtermine.html ). (bmi) (Ende)
| Aussender: | pressetext.austria |
| Ansprechpartner: | el |
| Tel.: | 01/8104530 |
| E-Mail: | redaktion@pressetext.at |
| Website: | pressetext.at |
