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pte20000725032 in Leben

Pilz wirkt wie Bio-Dünger

Wächst an den Wurzeln unterschiedlicher Pflanzen


Tübingen (pte032/25.07.2000/16:15)

Ein Pilz mit dem Namen Piriformospora indica könnte in Zukunft in manchen Gebieten die Düngemittel im Pflanzenbau ersetzen. Den Bodenpilz hat Prof. Ajit Varma von der Jawa-harlal Nehru Universität in Neu-Delhi http://www.rci.rutgers.edu/~ncassady/jnu/jnuhome.html in einer Wüste Nordwest-Indiens entdeckt. Er arbeitet zurzeit als Gastwissenschaftler am Lehrstuhl von Prof. Rüdiger Hampp am Botanischen Institut der Universität Tübingen. http://www.uni-tuebingen.de/dekanat_biol/institut.htm

Der Pilz wächst an den Wurzeln unterschiedlicher Pflanzen und hilft ihnen, mit seinen feinen Ausläufern die Wasser- und Nährsalzvorräte des Bodens besser zu erschließen. Eine solche Lebensgemeinschaft wird Mykorrhiza http://www.uft.uni-bremen.de/pflanzenanatomie/mykorrhiza.htm genannt. Selten sind diese nicht: Rund 80 Prozent der Pflanzen tragen solche Pilze an ihren Wurzeln, so die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. http://www.uni-tuebingen.de

Doch im Vergleich zu anderen Pilzen einer Mykorrhiza habe sich dieser in Laborexperimenten als besonders vielseitig erwiesen: Zahlreiche Nutzpflanzen wie Tomaten, Mais, Weizen, Tabak und proteinreiche Hülsenfrüchte würden im Wachstum durch den Pilz stark gefördert. Ebenso gute Ergebnisse erzielte der Botaniker auch bei einigen medizinischen Heilpflanzen wie Beifuss (Artemisia annua), die vorbeugend gegen Malaria verwendet wird, und bei der in Indien heimischen Bacopa-Pflanze, die bei Diabetespatienten und für den Erhalt eines guten Gedächtnisses eingesetzt wird, so die Hochschule weiter. Varma habe außerdem beobachtet, dass die Lebensgemeinschaft mit Piriformospora indica die Pflanzen häufig auch vor anderen, krankheitserregenden Pilzen schütze, die in die Wurzel einzudringen versuchen.

Ein weiterer Vorzug sei, dass sich der indische Pilz im Gegensatz zu allen anderen bisher bekannten Mykorrhizapilzen ohne eine Partnerpflanze im Labor kultivieren ließe. Der Pilz sei allein lebensfähig und könne, gebunden an Lehmpartikel, monatelang konserviert werden. Varma, Spezialist für Mikrobielle Technologie, wolle nun prüfen, ob sich Piriformospora indica einsetzen lässt, um teure Düngemittel zu ersetzen. Bevor der Pilz allerdings tatsächlich Verwendung finden kann, müssten die Wissenschaftler noch genauer testen, wie sich der Einsatz von Piriformospora im Freiland auswirkt. Die Verwendung in der Landwirtschaft ist mittlerweile am Europäischen Patentamt als Patent angemeldet. (lifescience) (Ende)
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