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pte20201014029 Forschung/Entwicklung, Unternehmen/Wirtschaft

Corona lässt Emissionen stark wie nie sinken

CO2-Ausstoß fällt im ersten Halbjahr 2020 binnen Jahresfrist um 8,8 Prozent oder 1.551 Mio. Tonnen


Flugverbot: Lockdown hatte positive Folgen fürs Klima (Foto: pixabay.com/geralt)
Flugverbot: Lockdown hatte positive Folgen fürs Klima (Foto: pixabay.com/geralt)

Potsdam/Peking/Berkeley (pte029/14.10.2020/11:30) - Während der nach wie vor andauernden Corona-Pandemie sanken die CO2-Emissionen in der ersten Jahreshälfte 2020 stärker als während der Finanzkrise von 2008, der Ölkrise von 1979 oder sogar während des gesamten Zweiten Weltkriegs. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscher-Team unter Beteiligung von Experten des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung http://pik-potsdam.de . Details wurden in "Nature Communications" publiziert.

Landverkehr größten Anteil

So wurde wurde in den ersten sechs Monaten binnen Jahresfrist 8,8 Prozent weniger CO2 ausgestoßen - ein Rückgang von 1.551 Mio. Tonnen. "Im April, auf dem Höhepunkt der ersten Welle von Corona-Infektionen, als die meisten Länder ihr öffentliches Leben erheblich zurückfuhren, gingen die Emissionen sogar um 16,9 Prozent zurück. Insgesamt führten die verschiedenen Ausbrüche zu Emissionssenkungen, die wir normalerweise nur kurzfristig an Feiertagen wie Weihnachten oder dem chinesischen Frühlingsfest erleben", so Hauptautor Zhu Liu von der Pekinger Tsinghua University http://www.tsinghua.edu.cn/en .

"Die größte Emissionsreduktion fand im Bereich des Landverkehrs statt. Vor allem aufgrund des weitverbreiteten Arbeitens von Zuhause gingen die CO2-Emissionen im Verkehr weltweit um 40 Prozent zurück. Im Gegensatz dazu trugen der Energie- und der Industriesektor mit minus 22 Prozent, beziehungsweise minus 17 Prozent weniger zu diesem Rückgang bei, ebenso wie der Luft- und der Schifffahrtssektor", sagt Daniel Kammen von der Goldman School of Public Policy, University of California, Berkeley http://gspp.berkeley.edu . Sogar im Wohnsektor sanken die Emissionen um drei Prozent, führt der Forscher aus.

Äußerst breite Datenbasis

Die Forscher stützten sich auf eine breite Palette von Daten: präzise, stündliche Datensätze der Stromerzeugung in 31 Ländern, täglicher Fahrzeugverkehr in mehr als 400 Städten weltweit, tägliche Passagierflüge, monatliche Produktionsdaten für die Industrie in 62 Ländern sowie Brennstoffverbrauchsdaten für Gebäudeemissionen in mehr als 200 Ländern. Die Fachleute ermittelten auch starke Rebound-Effekte. Mit Ausnahme eines anhaltenden Rückgangs der Emissionen aus dem Verkehrssektor erreichten die meisten Volkswirtschaften im Juli 2020, sobald die Sperrmaßnahmen aufgehoben wurden, wieder ihr gewohntes CO2-Niveau.

(Ende)
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