pte20000412054 in Leben
Neurorehabilitation: Patientenzahl stark ansteigend
Neue Techniken wie Neuromodulation erfordern mehr finanzielle Mitteln
Wien (pte054/12.04.2000/17:06)
Die Zahl der Neurorehabilitationsfälle hat sich in den letzten Jahren beinahe verdreifacht. Wurden 1995 von den Pensionsversicherungsanstalten http://www.sozvers.at 1.134 Fälle versorgt, so waren es 1998 bereits über 3.100 Patienten, die entsprechend behandelt werden mussten. Diese Zahl gab heute, Mittwoch, Klaus Schneider, Leitender Arzt der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter bei einer Pressekonferenz der Aktion "Dein Gehirn" bekannt. Um schwerwiegende Langzeitfolgen einzudämmen, muss in Zukunft verstärkt auf Rehabilitation gesetzt werden, sagte Schneider. Dadurch könnte man sich andererseits Gelder für etwaige Folgeschäden ersparen."Vor allem der junge Forschungsbereich der Neuromodulation, der als "Nebenzweig" der Neurorehabilitation gesehen werden kann, hat bei den Patienten erstaunliche Erfolge hervorgebracht", so Michaela Pinter vom Krankenhaus der Stadt Wien Maria Theresien Schlössel. In das Rückenmark werde dabei eine Elektrode appliziert, die ihrerseits die Muskelaktivität unterstütze. Trotz Lähmungserscheinungen könne ein Patient aufgrund dieser Stimulation wieder gewisse muskulare Aktivitäten vollziehen. Auch Medikamente oder gezielte Elektrodensimulation im Gehirn werden bei der Neuromodulation zur Anwendung gebracht. "Die zukünftige Entwicklungen und Applikationen der Hardware für die Simulation und die optimale Plazierung der Elektronen sind für uns von besonderer Bedeutung ", so Pinter.
Erfolg verspricht man sich aber auch von neuen Medikamenten, wie dem WirkstoffBotulinum Toxin A, das in Österreich aber noch nicht zugelassen ist. "Der Vorteil dieses Präperats liegt in der lokalen Anwendbarkeit, es kann ganz genau auf einen bestimmten Muskel hin angesetzt werden," sagte Peter Grieshofer von der Kurklinik Maria Theresa in Salzburg. Der Rest des Körpers bleibe von Nebenwirkungen, wie z. B. starker Müdigkeit, verschont. Besonders wirke Botulinium Toxin A bei Spastikern. Symptome wie unkontrolliertes Zittern oder spastische Bewegungen können demnach eingedämmt werden. Patienten die ans Bett gefesselt waren, konnten nach einer Behandlung sogar wieder gehen. Die Wirkung lasse aber nach acht bis zwölf Wochen nach, die Nebenwirkungen können nicht gänzlich ausgeschaltet werden. Zudem muss man bedenken, dass das Präperat in hoher Dosierung zu einem der stärksten Gifte zählt. Über Zulassung und Kostenübernahme durch die Kassen müsse noch verhandelt werden. (Ende)
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