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pte20000802012 in Leben

Neue Methoden zur Behebung von Gehirnschäden entwickelt

Beeinträchtigungen nach Schlaganfällen oder anderen Gehirnverletzungen reparabel


Gainesville/Florida (pte012/02.08.2000/11:00)

Jahrzehntelang nahmen Forscher an, dass Gehirnschäden, die von Schlaganfällen oder anderen Gehirnverletzungen herrühren, letztlich nicht reparabel seien. Eine Forscher-Gruppe vom Brain Institute der University of Florida http://www.ufbi.ufl.edu arbeitet jetzt daran, neue Wege zur Wiederherstellung der Fähigkeiten des Gehirns zu finden. Das Zauberwort der Hirnforscher aus Florida heißt "Nervenplastizität". Dahinter verbirgt sich nicht etwa der Einsatz von Kunststoff, sondern die Idee, dass das Gehirn anpassungsfähig ist und unter idealen Bedingungen sich selbst neue Wege schaffen kann, um verlorene Fertigkeiten wieder zu erlangen.

"Kognitive Störungen isolieren den Menschen, der davon betroffen ist, und auch jeder, der mit solchen Menschen zusammenlebt, ist ernsthaft davon betroffen. Unser Ziel ist es, diese Auswirkungen zu minimieren", sagt Leslie Gonzalez-Rothi, Neurologie-Professorin und eine der leitenden Wissenschaftler des Projekts.

Die Forscher setzen auf Medikation, Verhaltenstherapie und eine Therapie, bei der das Gehirn mit magnetischen Feldern stimuliert wird. Dadurch sollen sich neue Pfade von Nervenzellen bilden. "Die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, die Körper-, Sprech- und andere Therapien beinhalten, sollen den Lerninhalt liefern", erläutert Stephen Nadeau, Neurologie-Professor am College of Medicine der Universität.

Die Wissenschaftler aus Florida führen auch neue Studien durch, aus denen sich weitere Therapiemethoden ergeben könnten. So beschäftigt sich eine Studie mit Aphasie-Patienten, die nicht mehr in ganzen Sätzen sprechen können. Die Forscher versuchen, diese Sprachfähigkeit wiederherzustellen, indem sie die Patienten Satzteile mit Farben assoziieren lassen. "Wir beziehen eine Gehirn-Region in sprachliche Aufgaben mit ein, die daran vorher nicht beteiligt war", erklärt Gonzalez-Rothi das Verfahren.

Kenneth Heilman, Professor für Neurologie und zweiter Untersuchungsleiter, arbeitet mit Patienten, die an einer Schädigung der rechten Hemisphäre des Gehirns leiden. Solch ein Gehirnschaden kann die Fähigkeit, Gefühle innerhalb einer Kommunikationssituation zu verstehen, stark beeinträchtigen. Die Patienten können auch oft weder Gesichtsausdrücke, noch Körpersprache noch stimmliche Ausdrücke von anderen verstehen. Diesen Patienten bringt Heilman bei, wie sie Gefühle vermitteln können, zum Beispiel indem sie, wenn sie wütend sind, lauter sprechen. Die Fortschritte der Rehabilitation wollen die Forscher mit dem funktionalen Magnetresonanzbildgebungsverfahren (fMRI) dokumentieren. Mit dieser Technik können Gehirn-Regionen, die anderer Lösung bestimmter Aufgaben beteiligt sind, sichtbar gemacht werden. (wsa) (Ende)
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