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pte20191128023 Forschung/Entwicklung, Produkte/Innovationen

Neue Maschine macht aus Nebel Trinkwasser

Innovation nach Käfer-Vorbild der University of Illinois vor allem für Wüstengebiete geeignet


Sammeln von Nebel zur Gewinnung von Trinkwasser (Grafik: illinois.edu)
Sammeln von Nebel zur Gewinnung von Trinkwasser (Grafik: illinois.edu)

Urbana-Champaign/Seattle/Akron (pte023/28.11.2019/12:30) - Nach dem Vorbild des Nebeltrinker-Käfers, der in der Wüste Namib lebt, hat Fan Kiat Chan von der University of Illinois in Urbana-Champaign https://illinois.edu eine "Nebelerntemaschine" gebaut, die Trinkwasser gewinnt. Die feinen Nebeltröpfchen sammeln sich auf der Oberfläche und fließen in einen Behälter.

Idee bereits seit 1980er-Jahren

"Die Idee, Nebel als Quelle für Trinkwasser zu nutzen, wird bereits seit den 1980er-Jahren verfolgt", sagte Chan bei einem Treffen der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft http://aps.org in Seattle. Das Ergebnis sind Netze, an denen die Tröpfchen hängenbleiben. In Marokko und Chile werden sie bereits eingesetzt. Vorbild waren hier Bäume. Die Ausbeute bei Netzen ist allerdings nicht sonderlich groß.

Der Nebeltrinker-Käfer hat eine andere Technik entwickelt. Die Oberfläche seines Hinterleibs ist vermeintlich chaotisch gestaltet. Sie besteht aus Beulen und Ebenen, die sich abwechseln. Wenn sie durstig sind, recken sie ihren Hinterleib in die Nebelschwaden. Aufgrund der speziellen Oberfläche sammelt sich dort Wasser. Vom kalten Atlantik breitet sich Nebel regelmäßig bis weit ins Innere der Wüste Namik aus.

Ausgeklügeltes Oberflächendesign

Chan und sein Kollege Hunter King von der University of Akron http://uakron.edu haben die Oberfläche des Käfers intensiv erforscht und herausgefunden, wie sie technisch nachzubilden ist, um möglichst viel Wasser einzusammeln. Kombiniert mit netzbasierten Wassersammlern, könnte das Oberflächendesign die Ausbeute deutlich verbessern, meint Chan. "Der Wassergehalt und die Häufigkeit von Nebel ist regional sehr unterschiedlich", so der Forscher.

Trotzdem könne diese Trinkwasserquelle eine große Bedeutung in wüstenähnlichen Regionen bekommen. Tschan denkt daran, eine Trinkwasserflasche mit der Käferhaut-Nachbildung so auszustatten, dass die eingefangenen Tröpfchen gleich hineinfließen. Dies wäre die erste mobile Nebelerntemaschine.

(Ende)
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