pte20000524016 in Leben
Neue Knochen wachsen aus Haut- und Zahnfleisch-Zellen
Einfachere und weniger schmerzhafte Transplantation von Knochengewebe
Ann Arbor/Michigan (pte016/24.05.2000/11:30)
US-Forschern ist es gelungen, aus veränderten Haut- und Zahnfleischzellen Knochengewebe wachsen zu lassen. Dabei entstanden komplette Knochen samt harter Außenschicht, innerer Schwammstruktur und Knochenmark im Zentrum. Dank dieser Methode könnte die Transplantation von Knochengewebe in Zukunft einfacher und weniger schmerzhaft sein. Das Team um Bruce Rutherford und Paul Krebsbach von der Abteilung Zahnmedizin der University of Michigan http://www.dent.umich.edu/ arbeitete mit den Gewebezellen, um bei Laborratten große Löcher im Schädelknochen zu schließen.Sie veränderten Zellen aus Haut- oder Zahnfleischgewebe so, dass sie ein Protein namens BMP-7 produzierten, welches das Knochenwachstum fördert. Auf Kollagenschwämmchen platzierten sie die Zellen dorthin, wo die Lücken im Knochen zu schließen waren. Zur eigenen Überraschung, so Rutherford, lieferten die Zellen nicht nur das Protein, sondern bildeten selbst Teile des neuen Knochens. Innerhalb von nur vier Wochen waren die Löcher im Schädel geschlossen, so der Bericht in der Zeitschrift Human Gene Therapy. http://www.liebertpub.com/hum/default.htm
Bisher ist es üblich, für eine Knochentransplantation mit einer langen Nadel Mark direkt aus dem Zentrum eines großen Knochens zu entnehmen oder chirurgisch ein Stück herauszuschneiden, meist aus der Hüfte. Dank der neuen Methode ließen sich in Zukunft Zellen von leichter zugänglichem Gewebe nutzen, das auch schneller heilt. Besonders hilfreich wäre dies auch bei vielen Fällen von Knochenbrüchen, wo der Heilungsprozess langsam und schwierig ist, weil nur noch wenige Zellen im Knochen zu neuem Wachstum imstande sind.
Das Team will nun erforschen, ob die Knochen, die wie natürliche Knochen aussehen, auch wie natürliche Knochen funktionieren. Zudem experimentieren sie mit einem so genannten Hydrogel, das die Zellen statt der Kollagenschwämmchen an Ort und Stelle bringen könnte. Das spezielle Gel, das im kühlen Zustand flüssig und bei Körpertemperatur fest wird, könnte in die Bruchstelle eines Knochens gespritzt werden und die Zellen dort so lange am Platz halten, bis der Knochen nachgewachsen ist. (wsa) (Ende)
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