pte20000816024 in Leben
Neue Hoffnung für Gelähmte
Wissenschaftler formen Knochenmark zu Nervenzellen um
New York (pte024/16.08.2000/13:30)
Forschern der Rutgers Universität in New Jersey ist ein sensationelles Experiment gelungen: sie haben aus Knochenmarksgewebe Nervenzellen gewonnen. Das könnte in Zukunft neue Hoffnung für Querschnittgelähmte, sowie Alzheimer- und Parkinson-Patienten bedeuten. Das berichtet die New York Times in ihrer jüngsten Ausgabe.Ira Black von der Robert Wood Johnson Medical School http://www.rwjuh.edu der Rutgers University, begann mit der Erforschung der Körperzellen mit identen genetischen Strukturen und deren genauer Bestimmung als Blutzellen, Gehirnzellen, Leberzellen. Black wollte genau jenes Signal erforschen, das zur endgültigen Bestimmung einer Zelle führte. Bisher wurden für ähnliche Experimente embryonale Stammzellen verwendet. Die Verwendung dieser ist jedoch in den meisten Ländern gesetzlich verboten.
Der Wissenschaftler fand heraus, dass sich Rückenmarkszellen mit einem beigefügten Oxidationshemmer sich als Zellen eignen. Black gelang im Laborversuch sogar die Umwandlung von menschlichem Knochenmark zu Nervenzellen. Im Tierversuch wurde dieses Experiment sogar noch ausgedehnt: die Forscher verpflanzten aus Knochenmark gewonnene Nervenzellen in das Gehirn von Ratten und konnten beobachten, wie die Funktion von zuvor zerstörtem Nervengewebe wieder hergestellt wurde.
"Das Sensationelle am Ergebnis ist, dass es auch beim erwachsenen Menschen noch veränderbare Zellen gibt, die als Reparatur-Zellen fungieren können", sagt Fred Gage, Neurobiologe am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla/Kalifornien. http://www.salk.edu Auch der Neurologe William Greenough vom Beckmann Institut for Advance Science and Technology http://www.beckman.uiuc.edu an der Universität von Illinois ist von der Idee begeistert: "Andere Forscher versuchen sich an Embryonalzellen, oder Zellen von Tieren, um geeignete Reparatur-Zellen zu finden. Mit dieser Methode können einem Patienten selbst Knochenmarkszellen entnommen werden, die dann umgewandelt werden können". Das sei optimal, weil es zu keiner Abstossungsreaktion komme, so der Arzt weiter.
Die Methode soll nicht nur dazu dienen, eine getrennte Nervenbahn in der Wirbelsäule wieder zu reparieren, sondern auch Schäden von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer zu heilen. "Es ist uns ein wirklich großer Schritt gelungen, aber es wird noch Jahre dauern, bis die Arbeit so ausgereift ist, dass die ersten Patienten behandelt werden können," so Greenough.
Weitere Informationen: http://www.nytimes.com/library/national/science/health/081500hth-nerve-cells.html (Ende)
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