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pte20000414017 in Leben

Neuartige Biomembran für künstliche Organe entwickelt

Biomaterialien als Basis aller Implantate und Organ-Unterstützungssysteme


Teltow/Geesthacht (pte017/14.04.2000/11:30)

Ziel des Projektes "Entwicklung und Test von Membranen für Biohybridsysteme" des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht http://www.gkss.de/ ist die Schaffung von Grundlagen für künstliche Hybridorgane, in denen lebende Zellen auf Membranträgersystemen die Funktion ausgefallener oder geschädigter Organe, z. B. der Leber, zumindest temporär übernehmen können. Biomaterialien sind die Basis aller Implantate und Organ-Unterstützungssysteme, die in direktem Kontakt mit Gewebe oder Blut stehen. Dazu gehören Materialien für Zahnimplantate ebenso wie für künstliche Hüftgelenke, künstliche Nieren und viele andere Anwendungen. Die Verträglichkeit der vom Menschen geschaffenen Biomaterialien mit dem körpereigenen Gewebe und Blut spielt dabei eine herausragende Rolle, da das Immunsystem und das Gerinnungssystem zum Schutz des Organismus sehr empfindlich auf körperfremde Stoffe reagieren.

Das GKSS-Projekt dient der Materialentwicklung für ein Biohybridsystem zur kontinuierlichen Blutentgiftung insbesondere bei Leberversagen. Allein in Deutschland sterben jährlich 20.000 Patienten an Leberversagen. Das Projekt soll einen Beitrag zur Entwicklung von Organunterstützungssystemen leisten. Die Leber soll so lange ersetzt bzw. unterstützt werden, bis sie sich entweder selbst erholt oder durch ein Transplantat ersetzt werden kann. Wesentlicher Teil dieses Hybridorgans wird eine künstliche Membran sein, die im GKSS-Forschungszentrum entwickelt wird. Sie lässt einerseits einen Stoffaustausch mit dem menschlichen Blut zu, andererseits dient sie als Barriere für das körpereigene Immunsystem gegen die auf der anderen Membranseite als Siedlungsfläche lebenden körperfremden Leberzellen.

Derartige Membranen, die sowohl blut- als auch körperverträglich sind und nicht als körperfremd erkannt werden, bieten die Möglichkeit auch als Träger für körperfremde Zellsysteme eingesetzt zu werden. Die Entwickler hoffen damit der Realisierung künstlicher vollfunktionsfähiger Biohybridorgane näher zu kommen, die den betroffenen Patienten neue Überlebens- und Heilungschancen bieten. Informationen: Dr. Thomas Groth, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH, GKSS-Institut für Chemie, Außenstelle Teltow, E-Mail: thomas.groth@gkss.de

Derzeit wird neben dem GKSS-Projekt an den folgenden von der EU unterstützten Projekten gearbeitet "IsoBone, eine lebenden Knochen ähnliche Gewebekonstruktion" IsoTis Bvin der Niederlande, "Konstruierte Haut für kritische Wunden" Fidia Advanced Biopolymers Srl in Italien und "Phidias, Laserpolymerisationsmodelle auf der Basis von medizinischen Abbildungen" Materialise NV in Belgien.Informationen: Uta Faure, E-Mail: Uta.Faure@cec.eu.int (idw) (Ende)
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