pte20000410008 in Forschung
Netscape 6.0 Preview zum Test freigegeben
Reaktionen geteilt - Rendering-Machine Gecko als Motor
Los Angeles (pte008/10.04.2000/08:50)
Seit vergangener Woche bietet Netscape die langerwartete erste Version des Netscape Navigator 6.0 als Preview Release zum Download an. Die Reaktionen auf die neue Version des Explorer-Gegenspielers sind geteilt. Viele Kritiker loben die Geschwindigkeit des Browsers, und dass er von Beginn an nicht nur für die Microsoft-Welt, sondern auch für Apple und Linux zur Verfügung steht. Auch die volle Unterstützung von XML, HTML, DOM Level 0 und 1, JavaScript 1.5 und RDF nach den W3C-Standards wird begrüßt. Das Design dagegen wird meist negativ bewertet.Bedauerlich ist, dass der "Personal Toolbar" entsorgt wurde. Dieser war enorm praktisch, denn per "drag and drop" konnten Bookmarks direkt darauf gezogen werden. Diese Methode war praktisch, aber auch vielen unbekannt, weshalb die Suchmaschine Google sogar einen PR-Gag daraus machen konnte, sich einen persönlichen Google-Button auf die Leiste zu zaubern. http://www.google.com/buttons.html Auch das Fehlen des bisherigen Pull-Down-Menüs beim Adresseingabefeld wird negativ bewertet. Mit Hilfe dieses Menüs erhielt man bisher einen schnellen Überblick über bereits besuchte Seiten.
Als regelrecht störend empfinden viele, dass der Browser mit einer sehr aufdringlichen Bookmark-Sammlung verschickt wird, und dass der Browser insgesamt sehr stark mit dem Netcenter verwoben ist. Kalender, Adressbuch etc. sind nur online zu gebrauchen. Da haben sich die Sales- und Marketing-Experten von America Online wohl etwas zu stark eingebracht. Ganz praktisch ist dagegen, dass Web-Seiten nun direkt übersetzt werden können, denn direkt aus dem Browser heraus kann eine Datei zum Webtranslator geschickt werden.
Wirklich gelungen ist die Cookie-Verwaltung. In den Preferences befinden sich zwar immer noch die gleichen Optionen wie zuvor. Doch ein zusätzlicher Cookie-Manager macht es möglich, die Cookies einzeln zu betrachten, ihre Inhalte aufzuschlüsseln und Cookies von einzelnen Servern generell abzulehnen. Insgesamt ist der neue Navigator noch nicht einheitlich zu bewerten. Auch über seine Erfolgsaussichten lässt sich noch nicht viel sagen.
Doch die oben genannten Kritikpunkte müssen unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, dass die Rendering-Machine Gecko und das Erscheinungsbild des Navigators getrennt zu betrachten sind. Gecko ist der Motor, der Navigator seine Hülle. Die Rendering-Fähigkeiten des Gecko scheinen ausgezeichnet zu sein. Bookmarks und anderer Firlefanz dagegen sind als Teil des "AOL/Netscape-Navigators" und damit als austauschbar anzusehen. Dank der Gecko-Technologie umfasst der reine Browser nur wenige MB. Allerdings sollte man darauf achten, auch wirklich nur den Browser zu laden, denn sonst wird die neue Java Virtual Machine (7MB), ein Instant Messenger Client, die Telefonie-Software Net2Phone und manch anderer überflüssiger Tand geladen. "Überflüssig", weil zum Testen des Browsers absolut unnötig. http://www.netscape.com (intern.de) (Ende)
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