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pte20191028004 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Netflix soll US-Bürger vor Notfällen warnen

Gesetzesentwurf von beiden Parteien unterstützt - Kritiker warnen vor Propaganda


Tornado: Netflix soll Warnungen zeigen (Foto: unsplash.com, Nikolas Noonan)
Tornado: Netflix soll Warnungen zeigen (Foto: unsplash.com, Nikolas Noonan)

Washington/Wien (pte004/28.10.2019/06:15) - Ein Gesetzentwurf, den der US-Senat http://senate.gov momentan bearbeitet, könnte Streaming-Plattformen wie Netflix und Spotify dazu verpflichten, bei Katastrophen und ähnlichen Notfällen Warnungen der Regierung anzuzeigen. In den USA müssen Fernseh- und Radiosender bereits diese Alarmmeldungen veröffentlichen, auch über Textnachrichten kann die Regierung die Bevölkerung warnen.

"Es macht Sinn, Menschen in Krisen über möglichst viele Kanäle zu erreichen. Noch wichtiger ist allerdings, die Nachricht rasch zu übermitteln und dass es keine sich widersprechenden Informationen gibt. Es besteht oftmals die Sorge, dass man einen falschen Alarm auslösen könnte, jedoch ist es immer besser, rasch und unvollständig zu sein, als im Ernstfall zu spät zu kommen", erklärt Blackout-Experte Herbert Saurugg http://saurugg.net gegenüber pressetext.

Kritiker befürchten Propaganda

Der Vorschlag zum Gesetzesentwurf stammt von Brian Schatz, einem demokratischen Senator aus Hawaii, und John Thune, einem republikanischen Senator aus South Dakota. Ihnen zufolge müssen möglichst viele Menschen in Notfällen Nachrichten des US-Präsidenten oder der Katastrophenschutzbehörde Federal Emergency Management Agency erhalten, weswegen mehr Plattformen diese Warnungen zeigen sollten.

Mit dieser Idee stoßen die beiden Senatoren nicht nur auf Zustimmung. Kritiker bemängeln, dass dieses Gesetz von der Regierung missbraucht werden könnte, um direkt mit der US-Bevölkerung zu kommunizieren. Dadurch sei es möglich, digitale Plattformen zur Verbreitung von Propaganda zu zwingen.

Klassische Kanäle reichen nicht

"Sofern es eine Regulierung gibt, die sicherstellt, dass niemand diese direkte Leitung zur Bevölkerung missbraucht, ist so eine Maßnahme willkommen zu heißen. In der modernen Medienlandschaft benutzen die Menschen klassische Kanäle nicht mehr so stark, weswegen es bei Notfällen helfen kann, auch über digitale Plattformen kommunizieren zu können", meint Zukunftstechnologie-Experte Xerxes Voshmgir http://xerxes.re im Gespräch mit pressetext.

Im Januar 2018 schickte die US-Regierung einen falschen Alarm an die Bevölkerung von Hawaii. Auf ihren Smartphones wurden die Bewohner vor einem Raketenangriff gewarnt. Die Meldung löste bei vielen große Angst aus, ein Mann erlitt sogar einen Herzinfarkt. Der für den falschen Alarm verantwortliche Regierungsmitarbieter wurde entlassen.

(Ende)
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