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pte20000625003 in Forschung

Nanosatelliten sammeln Müll im All

Müllschlucker verglühen rückstandslos in Erdatmosphäre


Guildford/GB (pte003/25.06.2000/09:30)

Gegen den Raumfahrtmüll in der Erdumlaufbahn - zahllose Bruchstücke und Überbleibsel von 40 Jahren Raumfahrtgeschichte - sollen kleine Spezialsatelliten aus Großbritannien vorgehen. Die so genannten Nanosatelliten namens "Snap" der Firma Surrey Satellite Technology (SSTL) http://www.sstl.co.uk/ wiegen nur sechs Kilogramm. Sie verfügen über vier Kameras und ein ausgeklügeltes Bilderkennungssystem, eigenen Antrieb und ein GPS-Navigationssystem, mit dessen Hilfe sie stets exakt ihre Position bestimmen können. Dank dieser Ausrüstung soll "Snap" größere Schrottstücke erkennen können, sich an sie andocken und sie dann langsam abbremsen. Mit sinkender Geschwindigkeit nähern sich Schrott und Satellit gemeinsam der Erde, in deren Atmosphäre sie rückstandslos verglühen sollen.

Der Verlust des Satelliten ist eingeplant: "Das Hauptmerkmal von Snap ist, dass er unglaublich billig ist. Snap-1 wurde von einem kleinen Team in neun Monaten entwickelt und gebaut", erklärt Craig Underwood, Chef der Firma SSTL. Bei einem Stückpreis von rund zwei Mio. Schilling kostet Snap nur einen Bruchteil üblicher Satelliten. Der Preis und Snaps Fähigkeiten zum Formationsflug dürften laut Underwood die Erforschung des Weltraums revolutionieren: "Es eröffnet den Weg für Missionen, die viele Satelliten benötigen, aber auch für Operationen, wo die Satelliten entbehrlich sein müssen."

Snap-1 soll am 28. Juni seine Bewährungsprobe antreten. Eine russische Cosmos-Rakete soll ihn vom Plesetsk-Kosmodrom aus in eine 650 Kilometer hohe, sonnensynchrone Umlaufbahn bringen. An Bord sind auch ein russischer Militärsatellit und ein chinesischer Mikrosatellit namens Tsinghua-1, ebenfalls bei SSTL gebaut. An Tsinghua-1 soll Snap-1 seine Fähigkeiten zum Rendezvous austesten und den ersten Formationsflug im Orbit zeigen. Ein Käufer für Snap hat sich noch nicht gefunden, doch Underwood erwartet großes Interesse von Versicherungsunternehmen, die für teure Weltraummissionen verantwortlich sind.

Rund um die Erde schwirren heute zahllose Schrottstücke, von der Größe einer Antriebsrakete bis zu winzigen Farbsplittern. Selbst ein solch scheinbar harmloses Kleinteil hat auf der Erdumlaufbahn allerdings eine durchaus "durchschlagende" Wirkung: Bei einer Geschwindigkeit von rund 30.000 Kilometern pro Stunde kann er an Satelliten oder Raumstationen einen Schaden anrichten wie ein Schwerlaster bei Tempo 100. (wsa) (Ende)
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