pte20120202015 in Leben

MegaUpload: Daten sind vorerst sicher

Projekt "MegaRetrieval" will Wiederherstellung erwirken


Kim Dotcom: MegaUpload-Gründer sitzt in Untersuchungshaft (Foto: Youtube)
Kim Dotcom: MegaUpload-Gründer sitzt in Untersuchungshaft (Foto: Youtube)

San Francisco (pte015/02.02.2012/13:00) Nach der Schließung des Filehosters MegaUpload durch die amerikanischen Behörden, fürchten viele ehemalige Nutzer nun um den Verlust wichtiger, abgelegter Daten. Nun haben sich die Electronic Frontier Foundation (EFF) http://eff.org und Carpathia Hosting http://carpathia.com eingeschalten und die Website MegaRetrieval http://megaretrieval.com gestartet. Sie wollen daran arbeiten, dass Betroffene ihre Inhalte sichern können. Rebecca Jeschke vom Media Relations Team der EFF erklärt im pressetext-Interview, dass alle Daten vorerst sicher sind.

Takedown mit Folgen

Die Inhaftierung von Kim "Kimgle" Dotcom, vormals Schmitz, hat hohe Wellen in- und außerhalb des Netzes geschlagen. Während auf der einen Seite darauf verwiesen wird, dass der MegaUpload-Gründer sich sehr wohl bewusst war, dass sein Dienst auch für die Lagerung von illegalen Software- und Medienkopien verwendet wurde, sprechen Kritiker auf der anderen Seite von Gefahr für die Offenheit des Internets und verweisen auf die legalen Verwendungsmöglichkeiten von Filehosting-Services. Verschwörungstheoretiker vermuten gar, dass der plötzliche Takedown eine Folge von angeblichen Plänen von Schmitz war, eine eigene Contentplattform für Musik zu starten.

Nach dem Aus für MegaUpload haben zahlreiche ähnliche Dienste ihr eigenes Angebot entweder stark eingeschränkt oder gar komplett stillgelegt. In der Zwischenzeit läuft die Suche nach Betroffenen, die nun nicht mehr auf ihre Dateien und Dokumente zugreifen können. In einer konzertierten Aktion suchen Piraten-Parteien weltweit nach Betroffenen, um eine Sammelklage gegen die US-Behörden einzubringen.

Server-Eigentümer spielen mit

Ein anderes Unterfangen unternimmt die EFF in Kooperation mit dem Hostingdienst Carpathia Hosting. Auch sie suchen über das Projekt "MegaRetrieval" nach "Opfern" der Schließung von Dotcoms Speicherdienst.

"Derzeit sammeln wir Informationen über Leute, die ihren rechtmäßigen Content bei der Beschlagnahmung verloren haben", erklärt Jeschke im Gespräch mit pressetext. Sorgen, dass die Daten auf den MegaUpload-Servern bereits heute, Donnerstag, gelöscht werden könnten, sind aber unbegründet.

"Diese Woche hat uns die Regierung mitgeteilt, dass die Behörden nun fertig mit der Untersuchung der Server sind, und ihre Besitzer - Carpathia Hosting und Cogent - die Daten nun löschen lassen könnten. Jedoch haben beide eingewilligt, die Inhalte auf den Servern zu belassen. Es sieht auch so aus, dass MegaUpload selbst sich darum bemüht, den Usern dabei zu helfen, wieder Zugang zu erhalten."

Hilfe derzeit nur für US-Bürger

Die EFF will auf rechtlichem Wege jenen helfen, die ihre rechtmäßigen Inhalte beim Takedown verloren haben. Es wird betont, dass das Projekt natürlich nicht dafür gedacht sei, bei der Wiederherstellung von "Warez" und Co zu helfen. Aktuell bietet man den Service nur für US-Bürger an. Ob man zukünftig auch Bewohnern anderer Länder unter die Arme greifen wird, teilte Jeschke auf Anfrage nicht mit.

Carpathia Hosting erklärt, dass man keinen direkten Zugriff auf die Nutzerinhalte hat, weswegen eine Wiederherstellung ultimativ auch von der Kooperationsbereitschaft der Justiz abhängig ist. Sollten die Daten der ehemaligen MegaUpload-Nutzer gelöscht werden müssen, wird man zumindest eine Woche im Voraus darüber informieren.

(Ende)
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