pte20091216035 in Leben

Kein Zusammenschluss von Moser und Styria

Tiroler Moser Holding lässt Deal platzen


Innsbruck (pte035/16.12.2009/15:25) Der geplante Zusammenschluss der Tiroler Moser Holding http://www.moserholding.com mit den Regionalmedien der Styria Media Group http://www.styria.com ist Geschichte. Die JS Moser Medienholding, die rund 85 Prozent der Moser Holding AG hält, ist von dem Zusammenschlussvertrag der beiden Medienunternehmen heute, Mittwoch, zurückgetreten, wie Elisabeth Berger, Sprecherin der Moser Holding, gegenüber pressetext bestätigt.

Es lägen konkrete Gründe vor, weshalb man von der geplanten Fusion zurückgetreten sei, so Berger. Diese wolle Moser derzeit jedoch nicht offiziell kommunizieren. Da die Moser Holding aufgrund des strengen Durchführungsverbotes während des derzeit laufenden Kartellverfahrens ohnehin eigenständig agiert habe, würden sich operativ für die Moser Holding keine Auswirkungen ergeben.

Eine offizielle Stellungnahme seitens Styria liegt aktuelle ebenfalls noch nicht vor. Derzeit seien keine Details zu den Ereignissen bekannt, heißt es aus der Styria-Presseabteilung auf Nachfrage von pressetext.

Gegengewicht zu Mediaprint

Mit dem Zusammenschluss war ursprünglich ein Gegengewicht zur in Österreich dominanten Mediaprint geplant gewesen. Wäre der Deal tatsächlich zustande gekommen - also auch vom Kartellamt abgesegnet worden - so hätte sich das größte Medienunternehmen des Landes mit über 4.500 Mitarbeitern gebildet.

Erst kürzlich hatte Styria-Chef Horst Priker in der Kleinen Zeitung verlauten lassen, dass mit einem Ergebnis des Kartellrechtsverfahrens frühestens im Sommer 2010 zu rechnen gewesen wäre. Dem Warten auf eine Entscheidung wurde nun vorgegriffen.

Das gemeinsame Unternehmen hätte neben der Tiroler Tageszeitung die Kleine Zeitung, Radiobeteiligungen und Druckereien betroffen. Die nationalen Styria-Medien Die Presse und das Wirtschaftsblatt wären jedoch nicht Teil des Zusammenschlusses gewesen.

Styria in der Kritik

Styria stand in diesem Jahr neben anderen Medienhäusern heftig in der Kritik, weil Journalisten bzw. Redaktionen ausgelagert und zu günstigeren Kollektivverträgen beschäftigt werden sollten. Die Journalistengewerkschaft lief dagegen Sturm und bezeichnete das Vorgehen als "Anschlag auf die journalistische Freiheit". Bei der Flucht aus dem Kollektivvertrag sei der Styria-Verlag einer der Hauptakteure, wie Franz C. Bauer gegenüber pressetext betonte.

(Ende)
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