pte20070703030 in Leben

2005 Katastrophenjahr für österreichische Filmwirtschaft

Kulturministerin Schmied will Content-Abgabe einführen


Wien (pte030/03.07.2007/13:50) 2005 war für die österreichische Filmwirtschaft ein Katastrophenjahr. Das ist eines der Ergebnisse des umfassenden Filmwirtschaftsberichts, den das Österreichische Filminstitut http://www.filminstitut.at heute, Dienstag, in Wien präsentierte. "Leider hat es die österreichische Filmbranche nicht wie andere europäische Länder geschafft, von der Schwäche des US-Films zu profitieren", stellt Roland Teichmann, Direktor des Filminstituts, fest. Aus dem Bericht lassen sich vier Problembereiche herauslesen: Die Förderungen sind zu niedrig, es gibt zu viele Produktionsfirmen, die Verwertung wird nicht ausreichend ausgeschöpft und erstmals wurden 2005 mehr TV-Filme als Kinofilme gefördert.

Positive Signale kommen jedoch aus der Politik. Kulturministerin Claudia Schmied will Österreich in ein Filmland verwandeln und macht dafür 12,1 Mio. Euro an Förderungen locker. Das sind um 2,5 Mio. Euro mehr als bisher. Mit der Erhöhung der öffentlichen Mittel, die bereits für das laufende Jahr gelten, könnten zusätzlich 20 Projekte und fünf Kinofilme mehr im Jahr entstehen. "Um Europa global als kulturelles Schwergewicht zu positionieren, ist es wichtig, das Medium Film zu stärken", ist Peter Wandaller, Kabinettschef von Bundesministerin Schmied und Aufsichtsratsvorsitzender des Filminstituts, überzeugt. Auch eine Content-Abgabe sowie ein Steuermodell wie es in Frankreich und zahlreichen anderen europäischen Ländern bereits angewendet wird, sollen eingeführt werden.

Das größte Problem der österreichischen Filmwirtschaft - abgesehen vom US-Film - ist der große Sprachnachbar Deutschland. Es wäre wichtig, mehr Filme zu produzieren, so Teichmann. "Es ist jedoch auch die Aufgabe der Produzenten, Filme mit Anspruch und gleichzeitig mit kommerziellen Potenzial zu schaffen", sagt der Filminstituts-Direktor gegenüber pressetext. Am heimischen Markt erreichten nationale Produktionen gerade einmal 2,7 Prozent der Marktanteile.

2005 lag der Jahresproduktionswert aller Produktionen der Filmbranche mit 193 Mio. Euro zum zweiten Mal unter 200 Mio. Euro und damit auf dem Niveau von 1998. Der Umsatzanteil des Kinofilms betrug 13 Prozent. 63 Prozent gingen auf das Konto von Fernsehproduktionen. 87 Prozent des Umsatzes machen Auftragsproduktionen aus, die zum Großteil auf den ORF zurückgehen. "Der ORF ist nach wie vor der wichtigste Partner für die Filmwirtschaft", so Teichmann. Allerdings verteilte sich das ORF-Vergabevolumen in der Höhe von 85 Mio. Euro asymmetrisch. Während 50 Prozent auf vier Unternehmen entfielen, teilten sich 56 nur 5 Prozent des Auftragvolumens.

2005 wurden in Österreich 30 Kinofilme, davon 17 Dokumentarfilme uraufgeführt. Die Top Ten der meistbesuchten österreichischen Filme führen zwei Dokumentarfilme an. "We Feed The World" von Erwin Wagenhofer lockte in Österreich über 200.000 Besucher in die Kinos und Hubert Saupers "Darwin's Nightmare" feierte internationale Erfolge. Der österreichische Film werde international sehr wohl wahrgenommen und es gebe viele Talente, die man nicht brach liegen lasse dürfe, so Wandaller.

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