pte20000903005 in Leben

Herztransplantation nur für Schwerstkranke sinnvoll

80 Prozent der Spenderherzen gehen nicht an diese Gruppe


Münster/New York (pte005/03.09.2000/10:00) Wissenschaftler unter der Leitung von Mario Deng sind zu der Erkenntnis gekommen, dass Herztransplantationen nur für schwerstkranke Patienten wirkliche Vorteile bringen. Deng erklärte gegenüber der BBC, dass in Deutschland mehr als 80 Prozent der Herzen nicht jenen Patienten transplantiert werden, die am meisten von einer Organverpflanzung profitierten. http://www.bmj.com/cgi/content/full/321/7260/540

Viele Ärzte vertreten den Standpunkt, dass ab einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium eine Transplantation das Leben der Patienten verlängere. Das Wissenschaftler Team der Universität Münster http://www.uni-muenster.de und der Columbia University http://www.columbia.edu fand heraus, dass sich die Lebenserwartung nur bei schwerstkranken Patienten mit dem höchsten Sterberisiko während der Wartezeit auf das Organ verlängerte.

Das Team analysierte die Daten aller 889 erwachsenen Patienten, die 1997 in Deutschland auf ihre erste Herztransplantation warteten. Diese Patienten wurde nach ihrem Sterberisiko während der Wartezeit in drei Gruppen eingeteilt. Anschließend wurde die Sterblichkeitsrate der Transplantationspatienten mit jener auf der Warteliste verglichen. Nur Patienten der Hochrisikogruppe lebten nach der Transplantation länger als ursprünglich vorhergesagt.

Im British Medical Journal http://www.bmj.com plädieren die Wissenschaftler dafür, die Behandlung außerhalb der Hochrisikogruppe auf die Verbesserung der Funktion der eigenen Herzen zu konzentrieren. Nicht analysiert wurde, ob die Transplantation zu einer Verbesserung der Lebensqualität führte oder ob sie kosteneffektiver war als eine herkömmliche Behandlung.

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