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pte20000613014 in Leben

Multiple Sklerose wird im Kindesalter oft nicht erkannt

Göttinger Forscher machen Pilotstudie


Göttingen (pte014/13.06.2000/11:00)

Multiple Sklerose kann bereits im Kindesalter auftreten, dann aber noch lange unerkannt bleiben. Wertvolle Zeit verstreicht, ohne dass eine Therapie stattfindet. Mediziner der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de/ haben jetzt den Verlauf und die Häufigkeit der Multiplen Sklerose bei Kindern erforscht.

Multiple Sklerose (MS) http://www.dmsg.de/ms.htm ist eine Entzündung im Gehirn, die schubweise zu Lähmungen führen kann. Bislang sei man davon ausgegangen, so Folker Hanefeld, Professor für Neuropädiatrie an der Uniklinik Göttingen, dass MS fast ausschließlich bei Erwachsenen auftritt. Die bisherigen Ergebnisse der Göttinger Studie zeigen jedoch, dass schon bei sehr kleinen Kindern Symptome der MS, etwa Lähmungen und Sehstörungen, auftreten können. Wenn die Krankheit früh erkannt wird, können Ärzte mit entsprechenden Therapien beginnen.

Seit 1997 werden über das Programm ESPED zur "Erfassung Seltener Pädiatrischer Erkrankungen in Deutschland" alle MS-verdächtigen Erkrankungsfälle bei Kindern aus der gesamten Bundesrepublik nach Göttingen gemeldet. Über 2000 Fälle sind schon in Göttingen eingegangen, rund 160 haben die Mediziner bisher analysiert. "Wir stellten bei 42 Kindern eine gesicherte MS fest, bei 80 Kindern besteht der Verdacht einer MS", sagt Hanefeld. Aus den gewonnenen Daten lässt sich der Schluss ziehen, dass in Deutschland pro Jahr mehr als 50 neue Fälle von MS bei Kindern auftreten.

Um die Diagnose MS so eindeutig wie möglich zu machen, wenden die Wissenschaftler verschiedene Untersuchungsmethoden an. Dazu gehören die kraniale Bildgebung zum Nachweis von MS-Läsionen in Gehirn und Rückenmark sowie die Magnetresonanz-Spektroskopie, durch die biochemische Veränderungen in den Entzündungsherden erkannt werden können.

Neben einer medikamentösen Therapie bieten die Mediziner von der Göttinger Uniklinik die Betreuung der Patienten in einer speziellen Sprechstunde. Für viele bedeutet die Diagnose MS eine große Lebensumstellung. Die Mediziner beraten die Patienten - bzw. bei kleinen Kindern deren Eltern - daher auch bei Schulfragen, Berufsfindung und Familienplanung. (wsa) (Ende)
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