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pte20000525048 in Leben

Multiple Sklerose kann durch Medikament hinausgezögert werden

Interferon seit fünf Jahren am Markt - Neue Studie spricht für Erfolg des Präperats


Wien (pte048/25.05.2000/16:24)

Das Medikament ß-1a Interferon erweist sich derzeit als eines der vielversprechensten Produkte beim Kampf gegen die Multiple Sklerose. "Der Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose kann unterschiedliche Verlaufsformen annehmen", erklärte Bruno Mamoli vom Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel. ß-1a Interferon sei vor allem bei Patienten wirksam, bei denen die Multiple Sklerose in Form von Schüben auftritt. Dies ist bei rund 60 Prozent der Erkrankten der Fall. Typisch daran sei, dass sich Schubphasen mit Phasen, in denen der Patient so gut wie beschwerdefrei ist, abwechseln, so der Mediziner.

Die Studie, die in San Diego vor drei Wochen erstmals veröffentlicht wurde, mache deutlich, dass ß-1a Interferon besonders bei möglichst frühem Einsatz und hoher Dosierung Erfolge bei sogenannten Schubpatienten erzielte. "Während wir zuvor eine Behandlung erst nach dem zweiten Schub ansetzten, setzen wir heute vermehrt unmittelbar nach dem Auftreten des ersten Schubes an, eine Manifestation der Krankheit kann so deutlich verzögert werden", erklärte Hans-Peter Hartung von der Universitätsklinik für Neurologie in Graz.

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper die eigene Nervensubstanz als "fremd" identifiziert und auf dem Weg einer chronischen Entzündung zerstört. Genau an diesem Punkt setzt das Interferon ß-1a an, dass bis zu einem gewissen Grad die fehlgeleitete Immunreaktion korrigiert.

Erstmals ist die Medizin in der Lage, nicht nur im Schub zu intervenieren, sondern ein Fortschreiten der Krankheit insgesamt hinauszuzögern. Nachteile des Präperats sind Nebenwirkungen, die besonders in den ersten drei Monate der Einstellungsphase in Form von grippeähnlichen Symptomen (Muskelschmerzen, Kopfschmerzen) auftreten. Außerdem kann ß-1a Interferon derzeit nur gespritzt werden. Hier wird es Aufgabe der Forschung sein, in Zukunft entsprechende Kapseln oder Nasalsprays zur Verfügung zur stellen.

"Interferon bietet für Betroffene auf jeden Fall Hoffnung", so Wolf-Dieter Vogelleitner vom Multiple Sklerose Club in Kärnten, selbst Multiple Sklerose Patient. Die Behandlung mit dem Präperat sei ambulant aus möglich, derzeit gibt es in Österreich 32 Multiple Sklerose Zentren. Auch gibt es Organisationen, wie beispielsweise die Österreichische Multiple Sklerose-Gesellschaft, an die sich Patienten bei einer Diagnose wenden können. Die Organisation wurde von der Universitätsklinik Wien ins Leben gerufen. http://www.akh-wien.ac.at

"Besonders tragisch für die Betroffenen ist, dass die Krankheit meist im dritten Lebensjahrzehnt beginnt, in einer Zeit also, in der sich die berufliche und auch die private Laufbahn bei vielen noch nicht gefestigt hat", so Vogelleitner weiter. Eine tatsächliche Diagnose könne aufgrund der unterschiedlichen Symptome oft erst nach zehn Jahren gestellt werden, nach zehn Jahren der Erkrankung wären aber bereits 50 Prozent der Patienten nicht mehr arbeitsfähig. Eine Auseinandersetzung, wie Betroffene in das Sozialfeld reintegriert werden können, sei unbedingt erforderlich.

Von Multipler Sklerose sind von 100.000 Einwohner 100 betroffen. In Österreich sind 8.000 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt, jährlich ist mit etwa 400 Neuerkrankungen zu rechnen. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. Typische Symptome zu Krankheitsbeginn sind Sehstörungen, Lähmungen, Gefühlsmissempfindungen und Gleichgewichtsstörungen. Die Symptome sind generell sehr unspezifisch, auch bei anderen Krankheitsbildern können ähnliche Symptome vorkommen. Multiple Sklerose ist zum Teil genetisch bedingt, bei zehn Prozent der Patienten wurde auch im Familienkreis eine Multiple Sklerose-Erkrankung festgestellt. (Ende)
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