pte20000316011 in Leben
Modell liefert Hinweise zu Naturgesetzen in der Ökologie
Jede Nahrungsebene bildet bestimmte Nische in der Gesamt-Nahrungskette
San Francisco (pte011/16.03.2000/11:00)
Wissenschaftlern der San Francisco State University http://www.sfsu.edu/ ist mit einem neuartigen Modell, dem so genannten Nischenmodell, der Nachweis gelungen, dass Nahrungsnetze in völlig unterschiedlichen Ökosystemen nach sehr ähnlichen Naturgesetzmäßigkeiten aufgebaut sind. Das Nischenmodell funktioniert nach dem Prinzip, dass jede Nahrungsebene - etwa eine Tiergruppe, welche dieselbe Beute frisst oder vom selben Räuber gefressen wird - eine bestimmte Nische in der Gesamt-Nahrungskette einnimmt. Damit verfügt die Ökologie nun, wie andere Naturwissenschaften auch, über eine Art "Grundgesetz". http://www.eurekalert.org/releases/sfsu-fwt030600.htmlDie Forscher hatten einen einfachen Satz Regeln in ihrem neuen Nahrungsnetz-Modell angewandt und dabei grundlegende Ähnlichkeiten zwischen Ökosystemen festgestellt. "Das Besondere an unserem Modell ist, dass es auf elementare Gesetzmäßigkeiten in der Natur hinweist, wo Ökologen bisher nie welche gesehen haben", berichtet der Biologe Neo Martinez im Fachblatt Nature. "Mit einem solchen Nahrungsnetz-Modell haben Ökologen ein wertvolles Mittel, um die Bedeutung des Artenverlusts für ganz unterschiedliche Ökosysteme wie Meere und Wüsten vorherzusagen".
Die Wissenschaftler hatten ihr Modell nach der Theorie entworfen, dass komplexe Nahrungsnetze entstehen, indem Lebewesen nach einfachen Hackordnungen - "wer frisst wen" - miteinander verbunden sind. Dabei gab es für sie zwei Grundregeln: Erstens, dass Arten weiter oben in der Hackordnung die niederen Arten fressen, und zweitens, dass eine Art, welche mehr als ein Beutetier frisst, auch die anderen von derselben Nahrungsebene verzehrt.
Dies sei in der freien Natur ähnlich, so Martinez. Lange hatten Wissenschaftler gedacht, dass Nahrungsnetze einzig und allein durch ihr spezifisches Ökosystem charakterisiert sind und geregelt werden. Um dies zu widerlegen, hatten die Forscher sieben sehr komplexe und möglichst unterschiedliche Nahrungsnetze ausgewählt, welche in der Literatur beschrieben sind. Laut Martinez war das Ergebnis der Modell-Nahrungsnetze den echten und durch lange Untersuchungen belegten Nahrungsnetzen frappierend ähnlich.
Dadurch sei man beim Verständnis der Nahrungsnetze einen großen Schritt weiter gekommen. Denn mit dem in der Ökologie bisher gängigen "Kaskadenmodell" könne man nur drei Grundmerkmale in einem Nahrungsnetz vorhersagen. Mit dem Nischenmodell dagegen sei die Vorhersage von 12 Systemmerkmalen möglich, wie etwa die Nahrungskettenlänge, die Zahl der Allesfresser und Kannibalen und die Verwundbarkeit von Arten. Zudem sei die Vorhersage um vieles genauer als beim Kaskadenmodell, so die Forscher. Informationen: Merrik Bush-Pirkle, E-Mail: merrik@sfsu.edu (wsa/EurekAlert) (Ende)
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