pte20000705017 in Forschung
Mini-Laser für die volldigitale Druckvorstufe
Überträgt Satzinformationen direkt auf die Druckplatte
Jena (pte017/05.07.2000/11:30)
Einen Mini-Laser, der Satzinformationen direkt auf die Druckplatte schreibt und künftig die herkömmlichen mechanischen Druckstößel ersetzen soll, haben Physiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena http://www.uni-jena.de/ gemeinsam mit drei mittelständischen Firmen entwickelt. Kernstück des kürzlich öffentlich vorgestellten Prototyps ist ein Modulator, der die Lichtintensität des Lasers - und damit die Farbintensität im Druck - nach einem elektrooptischen Prinzip regelt."Computer-to-plate" heißt das Zauberwort, das die Herzen von Druckern und Verlegern höher schlagen lassen soll. "In Zukunft machen wir alles digital", erklärt Laserspezialist Prof. Dr. Andreas Tünnermann die neue Formel, "vom Layout-Computer in den Redaktionen auf die Belichterplatte in der Druckerei, und das ohne mechanischen Zeitverzug."
Der kompakte grüne Laser, den er gemeinsam mit drei Projektpartnern konstruiert hat, arbeitet mit hoher Rasterauflösung bei 532 Nanometer Wellenlänge die Druckvorlage aus einer Polymerplatte heraus, indem nur die zu druckenden Text- oder Bildstrukturen von dem Laserlicht ausgehärtet werden. Die übrigen, in der Zeitung schließlich weißen Bereiche, müssen noch nach wie vor in einem fotochemischen Prozess von der Platte abgewaschen werden. Aber "auch damit wird bald Schluss sein. Wir arbeiten bereits daran", so Tünnermann. Die Ablösung dieses chemischen Verfahrens macht den Druck in Zukunft erheblich umweltfreundlicher. Bereits durch den Einsatz der modernen Laser spart die Druckerei Erhebliches an Energie. "Ein paar Milliwatt - mehr verbrauchen die nicht", rechnet Laser-Fex Tünnermann.
Die Entwicklung der Laserstrahlmodulation, hat Tünnermanns Team von der Jenaer Universität übernommen und entwickelte einen Modulator, der die Lichtmenge des Lasers nach einem elektrooptischen Prinzip reguliert. Dieser Kristall, wahlweise aus Kaliumtitanylphosphat oder Lithiumniobat, ist nicht größer als ein Pfennigstück, die Dicke der aktiven Leiterstruktur, durch die das Laserlicht fließt, beträgt nur drei Mikrometer - weniger als der Durchmesser eines menschlichen Haares.
Im Leiter teilt sich der Lichtstrahl für eine kurze Wegstrecke in zwei Äste auf, von denen einer mit einer Elektrode versehen ist. Ein Regler legt eine variable Spannung an, es entstehen Wechselwirkungen zwischen den optischen Wellen, und das Laserlicht wird - je nach Bedarf - mehr oder weniger reduziert. Dieser Modulator arbeitet also weitaus schneller, präziser und verschleißärmer als zum Beispiel eine mechanische Blende. Informationen: Prof. Dr. Andreas Tünnermann Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, E-Mail: tuennermann@iap.uni-jena.de (idw) (Ende)
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