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pte20000304005 in Forschung

Mikrokapseln spüren Materialschwächen auf

Duftspur meldet Materialverschleiß


Braunschweig (pte005/04.03.2000/11:00)

Wenn der Rasierapparat plötzlich nach Zitrone duftet, ist die Scherfolie reif zum Auswechseln. Möglich machen dies so genannte Mikrokapseln - die "trojanischen Pferde" der Technik -, welche Forscher des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST http://www.ist.fhg.de/ einem ganz neuen Einsatzzweck angepasst haben. Eingebaut in galvanisch auftragbare Beschichtungen, entdeckten sie zahlreiche praktische Anwendungen für die Kapseln.

Mikrokapseln aus dünnem Kunststoff haben einen Durchmesser von 0,3 Mikro- bis fünf Millimetern und umhüllen Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe. Seit langem bekannt, können sie stets wie ein trockenes Pulver eingesetzt werden und geben ihren Inhalt auf Druck frei. Ihren Einsatz in der Galvanotechnik haben die Forscher in Braunschweig perfektioniert und raffinierte Anwendungen ersonnen.

Gefüllt mit Duftstoffen, können sie beispielsweise die Abnutzung beschichteter Metallwerkzeuge anzeigen, entsprechende Sensoren lösen dann Alarm aus. Gefüllt mit Diamant- oder Aluminiumoxid-Partikeln machen sie Materialien härter. Gefüllt mit Öl ermöglichen sie selbstschmierende Oberflächen. "In der Galvanotechnik bieten Mikrokapseln ein Feuerwerk neuer Anwendungen", begeistert sich Andreas Dietz vom IST, "die Vielfalt wird nur durch die Phantasie des Nutzers begrenzt." (wsa) (Ende)
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