pte20000421004 in Forschung
Microsofts Pocket PC greift Palm an
Balmer: Ziel war es, das Gerät "einfach, einfach, einfach" zu machen
Los Angeles (pte004/21.04.2000/09:43)
Microsoft hat diese Woche zusammen mit Industriepartnern den Pocket PC http://www.pocketpc.com/ vorgestellt, eine Art Antwort des Softwarekonzerns auf den Palm Handheld. http://www.palm.com/europe/de_german/ Der erste Versuch und der Name Palm Sized PCS sollte dem Palm allerdings kaum gefährlich werden können, glauben Experten. Laut Microsoft-Chef Steve Ballmer will man mit dem neuen Windows CE 3.0 Fehler von früher wieder gut machen: "Wir haben in der Vergangenheit viele Sachen gut gemacht aber manches ist auch schief gegangen." Das Ziel bei der Entwicklung des Pocket PCs war laut Ballmer, das Gerät "einfach, einfach, einfach" zu machen. Der Microsoft-Chef gab zu, dass der Pocket PC nicht nur als Arbeits-Hilfsmittel gedacht sei. Anwender sollten auch Spaß-Applikationen darauf laufen lassen.Der Pocket PC wird von verschiedenen Herstellern wie beispielsweise Hewlett-Packard gefertigt, basiert aber auf einer von Microsoft vorgegebenen Kernspezifikation. Die Geräte besitzen eine spezielle Version von Microsofts Internet Explorer, Outlook, Word und Excel. So sollen sich mit den Geräten von unterwegs E-Mails versenden, Dokumente bearbeiten, Musik hören oder wichtige Informationen recherchieren lassen. Die Kernspezifikationen die Microsoft mit einigen Hardwareherstellern und Softwarepartnern erarbeitet hat sind ein 133MHz Prozessor, 32MB RAM und ein 16-bit-Farbbildschirm.
Softwareseitig bietet der Pocket PC ein neues einfaches User-Interface, das deutlich schneller und stabiler arbeiten soll als ältere Windows-CE-Versionen. Zudem sind die Pocket PCs mit Erweiterungsslots ausgestattet, die es dem User ermöglichen, beispielsweise eine CompactFlash-Speicherkarte, ein Modem, Drucker, Digitalkamera oder andere Hardware anzuschließen. Die Preise sollen je nach Ausführung zwischen 299,- und 599,- Dollar liegen. Zusatzfunktionen will Microsoft in Paketen anbieten. Das Fun Pack enthält für 75,- Dollar beispielsweise eine 4MB CF-Card und eine CD mit 20 Spielen inklusive PacMan, Bildbearbeitung, PDF-Viewer und einiges mehr. Mit dem E-Mail-Pack richtet man sich an Unternehmen. Es enthält für 99,- Dollar ein 56K-Modem als CF-Card.
Benutzer finden beim Einschalten des Geräts den berüchtigten "Start"-Knopf wieder. Allerdings wurde er innerhalb des Bildschirms von links unten nach links oben verlegt. Das User-Interface mit dem Namen "Rapier" erinnert stark an einen Browser. Die Pull-Down-Menüpunkte sind dagegen reinstes "Windows". Der Pocket PC erkennt Texte, die handschriftlich eingegeben werden und versendet sie per Mail. Das Gerät unterstützt verschiedene Wege des Datenaustausches, beispielsweise Cellular Digital Packet Date (CDPD) und lässt sich per GSM-Handy mit dem Internet verbinden. Durch eine Infrarotschnittstelle ist auch der Datenaustausch mit Palms möglich.
Mit dem neuen Browser lassen sich auch HTML-Seiten darstellen. User können sich Sites nicht nur direkt laden, sondern auch Daten von einem Desktop auf den Pocket PC ziehen, um sich die Sites offline anzusehen. Der Browser berechnet die Sites neu, so dass sie auf der kleinen Monitor-Fläche nicht durcheinander gewirbelt werden. Die Geräte werde nicht nur MSNs Mobile Services unterstützen, sondern auch den AOL-Standard. Der Pocket PC kann auch Flash Cards verwenden. Auf diesen werden unter anderem Spiele angeboten, wie beispielsweise die original Pac-Man-Version.
Hardware für den Pocket PC kommt bislang von Hewlett-Packard (HP; Börse Frankfurt: HWP), Casio und Compaq (Börse Frankfurt: CPQ). So will Casio den Cassiopeia E 115 im Juni für circa 1400 Mark als Microsoft Pocket PC anbieten. Bereits Mitte Mai wird voraussichtlich der HP Jordana 545 mit 16 MByte RAM für 1100 Mark an den Start gehen, Ende Mai gefolgt vom Modell 548 mit 32 MByte RAM für 1300 Mark. Auch Compaq wird einen Pocket PC anbieten. Der Aero 1550 wird über ein monochromes Display verfügen. Den Deutschland-Start und den Preis konnte Compaq auf Nachfrage bis Redaktionsschluss nicht nennen. (newsboard/ZDnet) (Ende)
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