pte20000309013 in Forschung
Methan reinigt Emissionen von Kraftwerken
Abgase durchlaufen feinporigen Palladiumkatalysator
Columbus/Ohio (pte013/09.03.2000/11:15)
Forscher der Ohio State University http://www.acs.ohio-state.edu/units/research/ haben einen Weg gefunden, mit Methan giftige Stickoxide aus Kohlekraftwerkabgasen zu entfernen. Die katalytische Reaktion der Professorin für Chemical Engineering, Umit Ozkan, reduziert nach Angaben der Universität fast 100 Prozent der Stickoxide billiger und sicherer als irgendein anderer derzeit verfügbarer Prozess. In der neuesten Ausgaben von Catalysis Today beschreiben Ozkan und ihre Mitarbeiter die Katalyse. http://www.acs.ohio-state.edu/units/research/archive/noemit.htmMethan stellt eine Alternative zu Ammoniak dar, das traditionell zur Reinigung von Kraftwerkabgasen genutzt wird. Statt es teuren, schwierig zu handhabenden und giftigen Ammoniak nutzen die Forscher stabilere und umweltfreundlichere Methan, das in vielen der Abgase sowieso vorkommt. Statt eines Vanadiumoxidkatalysators werden die Abgase durch die feinen Poren eines Palladiumkatalysators geschickt. Bei beiden Prozessen entstehen Stickstoff und Wasser, bei dem neuen zudem noch Kohlendioxid. Ammoniak reagiert einfacher als Methan - bei hohen Temperaturen sogar selbst zu Stickoxid. Die große Stabilität des Methans ist aber auch das große Problem in dem neuen Prozess.
Die richtige Bauweise und Ausstattung des Katalysators lösen Ozkan zufolge jedoch dieses Problem. Im Laborreaktor hat der Katalysator nahezu 100 Prozent der Stickoxide aus der Luft entfernt. Ein Problem stellt sich den Forschern. Wasser und Sauerstoff in der Luft, aus der das Stickoxid entfernt werden soll, beeinträchtigen den Katalysator nicht, dafür aber Schwefeldioxid. Nach nur sechs Stunden konnte das Gerät nur noch 85 Prozent der Stickoxide aus der Luft entfernen. In den großen Kohlekraftwerken im Nordosten und Mittleren Westen der USA ist die Kohle jedoch schwefelhaltig und somit auch die Abgase. Die Benutzung anderer Kohle würde dieses Problem lösen, sagte Ozkan.
Ozkan meint, dass die Umstellung auf die neuen Katalysatoren nicht allzu teuer für die Firmen werden dürfte. Die Kosten der Umstellung würden durch die wegfallenden Kosten für Ammoniak bald wieder eingeholt. Palladium sei zwar teuer, räumte sie ein, werde aber nur in kleinen Mengen verwendet. Kritik, das Methan, selbst als Luftverschmutzer und Treibhausgas bekannt, ersetze nicht einfach einen Schadstoff durch einen anderen, sondern reagiere und gelange so gar nicht in die Atmosphäre. Stickoxide sind ein Nebenprodukt bei Verbrennungen, Autos und Kohlekraftwerke sind die Hauptquellen für das Gas, das mit Sauerstoff zu Salpetersäure. Diese Säure ist Hauptbestandteil des Sauren Regens und trägt zum Ozonabbau in der Stratosphäre bei. (wsa, EurekAlert) (Ende)
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