pte20000802041 in Leben
Meteoriten brachten Gold und Platin auf die Erde
Beträchtlicher Teil der Edelmetalle kommt aus dem All
Münster (pte041/02.08.2000/16:00)
Große Teile der Gold- und Platinvorkommen auf der Erde sind aller Wahrscheinlichkeit nach Importe aus dem Weltall, denn es gibt mehr Gold und Platin als es geben dürfte. Gold ist ebenso wie Platin ein so genanntes eisenliebendes Metall. Das heißt, dass sich Gold und Platin bevorzugt in einer Eisenschmelze auflösen.Als die Erde vor viereinhalb Milliarden Jahren entstanden ist, hätten das Gold und das Platin zusammen mit dem Eisen und Nickel in den Erdkern wandern müssen, unerreichbar für den Menschen. Und doch enthalten auch der silikathaltige Erdmantel und die Erdkruste beträchtliche Anteile an Gold und Platin.
Bisher gab es für diese Anreicherung zwei Theorien, erklärt die Mineralogin Astrid Holzheid von der Uni Münster http://www.uni-muenster.de/Chemie/MI/ : "Die erste besagt, dass während der Kern-Bildung der Erde ein gewisser Teil von diesen Platin- und Goldkonzentrationen im Erdmantel übriggeblieben ist. Die zweite besagt, dass die Metalle erst nach der Entstehung des Kerns auf die Erde gekommen sind, also nachdem sich Erdkern und Erdmantel gebildet hatten." Die einzige Möglichkeit, wie das passiert sein kann, sind Meteoriteneinschläge. Um Klarheit zu schaffen, haben Holzheid und ihre Kollegen diese Trennung zwischen Metallphase und Silikatphase - und somit zwischen Kern- und Mantelmaterial - im Labor simuliert, und zwar unter den extrem hohen Temperaturen und Drücken, wie sie in 500 Kilometern Tiefe herrschen.
Das Ergebnis: Im Versuch war die Konzentration von Gold und Platin geringer als sie tatsächlich im Mantel der Erde ist. Die heutigen Mengen der Edelmetalle können also erst auf die Erde gekommen sein, als sich Mantel und Kern getrennt hatten. Und das heißt: Durch Chondriten, einen besonderen Typ von Meteoriten, der aus der Anfangszeit des Sonnensystems stammt. Um die heutigen Gold- und Platinvorräte zu erklären, müssen von der Entstehung der Erde bis heute jährlich durchschnittlich 1.000 Tonnen außerirdischen Materials auf die Erde niedergegangen sein.
Unterstützung erfährt die Chondriten-Theorie durch Expeditionen in der Antarktis, die solche Meteoriten auf der Eisfläche sammeln. Holzheid erklärt: "Diese Meteoriten haben teilweise die gleichen Verhältnisse von den Elementen Platin, Iridium und Gold, die wir auch heute im Erdmantel sehen. Dies ist ein zusätzlicher Beweis, dass unser Gold aufgrund von Meteoriteneinschlägen auf die Erde gekommen ist." (Ende)
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