Lungentest dauert künftig nur wenige Minuten
Atemanalyse-Verfahren von MIT-Wissenschaftlern ersetzt die Röntgenaufnahme des Brustkorbs
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Funktionsprinzip: Schnelldiagnose für Lungenleiden kommt (Illustration: Gerd Altmann, pixabay.com) |
Cambridge (pte001/19.03.2026/06:00)
Ein noch nicht zugelassener Atemtest von Ingenieuren des Massachusetts Institute of Technology (MIT) erkennt Entzündungen und andere Erkrankungen der Lunge binnen Minuten. Aufwendige und zeitintensive Röntgenaufnahmen des Brustkorbs sowie langes Warten auf Laborergebnisse entfallen.
Biomarker erkennen Nanopartikel
Zur Diagnose atmet der Patient zunächst spezielle Nanopartikel ein, an die sogenannte Biomarker angebunden sind. Ist er gesund, werden diese winzigen Teilchen unverändert wieder ausgeatmet - der Sensor registriert nichts. Liegt jedoch eine Erkrankung wie eine Lungenentzündung vor, trennen Enzyme, die infolge der Infektion gebildet werden, die Biomarker von den Nanopartikeln ab. Die freigesetzten Biomarker werden ausgeatmet und vom Sensor erfasst. Dieser signalisiert dann, dass der Patient erkrankt ist. Welches Leiden er genau hat, wird dann in den nachfolgenden Untersuchungen klar.
Bislang erforderte der Nachweis solcher Biomarker Großgeräte, die in den wenigsten Arztpraxen verfügbar sind. Die Wissenschaftler des MIT haben mit ihrem neuen Verfahren nun gezeigt, dass sie mit dem tragbaren Atemtest im Chip-Maßstab, den sie "PlasmoSniff" getauft haben, ausgeatmete Biomarker für Lungenentzündung in extrem geringen Konzentrationen zuverlässig nachweisen können. Sie planen, den neuen Sensor in ein erschwingliches Handgerät zu integrieren, das in Arztpraxen eingesetzt werden kann, um Lungenentzündungen und andere Krankheiten schneller zu diagnostizieren.
PlasmoSniff nutzt Spektroskopie
Das innovative Verfahren basiert auf der Spektroskopie. Bei diesem Verfahren werden Moleküle erkannt, wenn sie mit Licht interagieren. In diesem Fall registriert der Test das charakteristische Spektrum des Biomarkers, das sich von der eines Nanopartikels unterscheidet, an dem ein Biomarker hängt. PlasmoSniff ist ein Projekt unter der Leitung von Loza Tadesse, Assistenzprofessorin für Maschinenbau am MIT. Tadesses Gruppe entwickelt Diagnosegeräte, die direkt in Arztpraxen und anderen Point-of-Care-Umgebungen eingesetzt werden können, also in Notaufnahmen und Rettungswagen.
Der neue Sensor ist das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit Sangeeta Bhatia, Professorin für Gesundheitswissenschaften und -technologie sowie für Elektrotechnik und Informatik am MIT. Bhatia und ihr Team konzentrieren sich unter anderem auf die Entwicklung von Nanopartikeln, die mit synthetischen Biomarkern markiert werden können. Bhatia kann diese Biomarker so anpassen, dass sie sich nur in Gegenwart bestimmter Enzyme, die bei bestimmten Krankheiten gebildet werden, von ihrem Nanopartikel abspalten, sodass sie sich sensorisch erfassen lassen.
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