pte20000326002 in Forschung
Kunststoffe aus natürlichen Ingredienzien
Deutscher Forscher findet Enzyme der Biosynthese
Münster (pte002/26.03.2000/10:15)
Einem Forscherteam der Universität Münster http://www.uni-muenster.de gelang es, Gene von wichtigen Enzymen der Biosynthese zu klonen und damit entscheidend zur Aufklärung der molekularen Mechanismen beizutragen. Dieser Forschungsergebnis ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur industriellen Produktion biologischer Kunststoffe. Diese sollen in Zukunft die Erdöl-Produkte ersetzen."Der erste Kunststoff der Welt wurde bereits im 16. Jahrhundert in Augsburg produziert. Es war ein Bioprodukt aus Magerkäse, das Kasein genannt wurde", sagte Alexander Steinbüchel, Professor am Institut für Mikrobiologie der Universität Münster. Der Forscher untersucht bestimmte Polyester, die von vielen Mikroorganismen als Reservestoffe gebildet und gespeichert werden. Diese Reservestoffe werden produziert, wenn genügend Kohlenstoffquellen wie beispielsweise Zucker vorhanden sind oder aber das Angebot an Phosphat und Stickstoff in der Nahrung zu niedrig ist.
In Zukunft sollen speziell gezüchtete Bakterienkolonien Fettsäuren, Proteine oder Abbauprodukte aus der Braunkohleverflüssigung in Naturkunststoffe, so genannte Biopolymere, umwandeln können. Auch in den USA arbeiten Wissenschaftler mit Biopolymeren. Dort versuchen Forscher Gene, die für die Polymer-Produktion verantwortlich sind, auf Nutzpflanzen wie Raps oder Kartoffeln zu übertragen. Dann könnte der Kunststoff sozusagen direkt vom Acker geerntet werden.
Die Biopolymere spielen im Augenblick noch keine Rolle auf dem Markt, da das Preisverhältnis zu den herkömmlichen Erdöl-Kunststoffen unverhältnismäßig groß ist. "Ein biotechnologisch hergestellter Polyester, ist heute noch rund zehn Mal so teuer wie ein aus Erdöl produziertes herkömmliches Polymer", so Steinbüchel. Die Verwendungsmöglichkeiten der natürlichen Kunststoffe wäre jedoch vielfältig und reichen von Implantaten und chirurgischen Nähmaterialien in der Medizin bis hin zur Nutzung als landwirtschaftliche Folien und als Faserverbundmaterial in der Automobil-Produktion.
Hindernisse sieht der Forscher nur bei Protesten von Seiten der Gentechnikgegner. Unterstützt wird die Grundlagenforschung zur Herstellung von Biopolymeren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union. (innovation) (Ende)
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