pte20000410039 in Leben
Kritik an neuer Kennzeichnung für Gentech- Zusatzstoffe
Konsument erhält keine brauchbare Orientierungshilfe
Wien (pte039/10.04.2000/17:11)
Heftige Kritik von Seiten der Umweltschutzorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.at und der ARGE Gentechnik-frei http://www.gentechnikfrei.at gab es heute, Montag, wegen der in Kraft tretenden EU-Kennzeichnungsverordnung für gentechnisch veränderte Zusatzstoffe: Nur in wenigen Fällen werden Produkte mit gentechnisch veränderten Bestandteilen gekennzeichnet werden müssen, so Markus Schörpf, Vorsitzender der ARGE Gentechnik-frei.Auch Greenpeace reagierte auf das neue Gesetz: "Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass ein Schritt zu einer vollständigen und transparenten Kennzeichnung von Lebensmitteln vorgenommen wird. Aber die Kennzeichnung muss erst dann erfolgen, wenn die gentechnische Veränderung analytisch nachweisbar ist", so Herwig Schuster, Gentechnik-Experte bei Greenpeace Österreich. Das sei aber nur bei wenigen Produkten der Fall. Deshalb sei die noch immer bestehenden Kennzeichnungslücke nur zu einem kleinen Teil geschlossen. "Schokolade mit gentechnologisch verändertem Lecithin wird weiter ungekennzeichnet verkauft werden dürfen", so Schuster zu pressetext.austria.
"Der Konsument, der gentechnisch unveränderte Waren kaufen will, bekommt keine brauchbare Orientierungshilfe", so Schörpf. Auch Greenpeace fordert eine lückenlose Kennzeichnungspflicht für alle Gentech-Produkte. "Seit Jahren versprechen die Politiker den Konsumenten eine sichere Aufklärung über Gentech-Produkte", so Schuster. "Wir bestehen daher auf einer vollständigen Kennzeichnung von Lebensmittel-Zutaten und Rohstoffen sowie von Futtermitteln."
Die Arbeitsgemeinschaft Gentechnik-frei, die eine unabhängige Plattform aus Unternehmern, Bauern und Umweltorganisationen ist, vergibt "gentechnik-frei" -Kennzeichen. "Bei Produkten mit diesem Zeichen ist der Einsatz der Gentechnik in allen Produktionsstufen strikt untersagt. Die Einhaltung wird streng kontrolliert". Konsumenten, die auf Nummer sicher gehen wollen, achten auch darauf, dass die Produkte, die sie kaufen aus österreichischem Anbau sind. "Solange es in Österreich keine Freisetzungen gibt, sind auch die Rohstoffe für österreichische Lebensmittel genetisch unverändert", so Herwig Schuster. (ww)
Weitere Informationen: http://www.greenpeace.at/kampagnen/gentech (Ende)
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