pte20000205013 in Leben
Kreuzschmerzen alternativ lindern
US-Orthopäden setzen bei Bandscheibenvorfällen auf Selbsthilfe
Nashville/Tennessee (pte) (pte013/05.02.2000/12:00)
Rückenbeschwerden durch Bandscheiben-Verschleiß und -Verlagerung sind weit verbreitet. Alternative Behandlungen sind rar - Die wenigen zu Verfügung stehenden Wirkstoffe sind unter Experten umstritten. Forscher der US-amerikanischen Vanderbilt-Universität http://www.vanderbilt.edu/ verfolgen jetzt eine möglicherweise segensreiche Idee: Eine Selbstheilungsration via Spritze. Bei einer Untersuchung zu Bandscheibenvorfällen machte Dan Spengler, Professor für Orthopädie am Vanderbilt University Medical Center, eine bemerkenswerte Beobachtung: nach einer Weile quasi von selbst. Grund genug, nach den Ursachen für diese Selbstheilung zu suchen. http://www.vanderbilt.edu/News/clips/tenn5.htmlDas federnde Zwischenstück der Wirbelgelenke besteht aus zwei Teilen: Einem gelatineartigen Kern sowie einem Faserring, der das weiche Kissen an Ort und Stelle hält. Bei einem Vorfall überwindet der Kern seine Halterung, schiebt sich in den Wirbelkanal vor und drückt auf die Nervenbahnen - Schmerzen und schlimmstenfalls Lähmungen sind die Folge. Der Körper reagiert in einem solchen Fall und entsendet Reparaturzellen, die in einigen Fällen selbst große Bandscheibenverlagerungen wieder auflösen können: Sogenannte Fresszellen stutzen die überstehende Bandscheibe schlicht zurecht.
Bei Untersuchungen an Zellkulturen entdeckten Spengler und seine Mitarbeiter, dass zwei Enzyme dabei eine entscheidende Rolle spielen: Besondere Fresszellen, die über die Proteinase Matrilysin verfügen, schütten einen Wachstumsfaktor aus, der im Bandscheibengewebe die Produktion des zweiten Akteurs, des Stromelysins, auslöst. Dieses Enzym lockt schließlich wahre Heerscharen weiterer Fresszellen an.
"Weil diese Vorgänge auch im Körper ablaufen, besteht die Hoffnung, diese Stoffwechselvorgänge künstlich von außen zu unterstützen", meint Dan Spengler. Mit einer Spritze könnte möglicherweise der Stromelysin-Wachstumsfaktor in das überstehende Bandscheibengewebe verabreicht und körpereigene Umbauzellen zum Abbau der drückenden Last gerufen werden. Eine Operation könnte so vermieden werden. (Vanderbilt University) (Ende)
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