pte20000504012 in Leben
Kleinhirnzellgruppen messen Zeitintervalle
Purkinje-Zellen nehmen Nervenimpulse auf
Tübingen (pte012/04.05.2000/11:30)
Das Kleinhirn-Volumen ist zweifellos kleiner als das des Großhirns, aber die Zahl der Nervenzellen, also die Zahl der elementaren Bausteine des Gehirns, die die Rechenleistung des Gehirns bedingen, übertrifft die des Großhirns bei weitem. Bei mikroskopischer Betrachtung gleicht es einem regelmäßig gebauten Kristall, der drei senk-recht aufeinander stehende Vorzugsachsen aufweist. Eine dieser Achsen wird durch die Verlaufsrichtung dichter Nervenfaserbündel, der Parallelfasern, bestimmt, auf denen sich Nervenimpulse mit einer konstanten Geschwindigkeit ausbreiten. Die sogenannten Purkinje-Zellen sind entlang der Parallelfaserbündel angeordnet und greifen die Nervenimpulse von den Parallelfasern ab. Sie "sehen" diese Nervenimpulse je nach ihrer Position einige Sekundenbruchteile früher oder später, messen also gleich einer Stoppuhr Zeitintervalle.
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