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pte20260408019 in Forschung

KI versus Energie: Europa vor einem "Trilemma"

IfW Kiel: Steigender Strombedarf droht Planungen für den Ausbau der Infrastruktur zu übersteigen


KI versus Strombedarf: EU-Planungen unrealistisch (Bild: ChatGPT/Dall-E)
KI versus Strombedarf: EU-Planungen unrealistisch (Bild: ChatGPT/Dall-E)

Kiel (pte019/08.04.2026/12:35)

Selbst bei vollständiger Umsetzung des "AI Continent Action Plan" der EU wird die europäische Staatengemeinschaft hinter ihre Wettbewerber, die USA und China, zurückfallen. Der steigende Strombedarf von Rechenzentren droht die Planungen für den Ausbau der Energieinfrastruktur zu übersteigen, so das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel). Es zeige sich ein "Trilemma".

Energiepolitik ausrichten

"KI-Politik darf nicht von Energiepolitik getrennt werden. Europa plant ehrgeizige digitale Infrastruktur, ohne sicherzustellen, dass das Stromsystem dies auch tragen kann", kritisiert IfW-Kiel-Forscherin Matilde Ciani. In ihrem "Kiel Policy Brief" analysiert die Expertin den Plan der Verdopplung der Rechenzentrumskapazitäten in der EU bis 2030.

Laut den Bertechnungen des IfW Kiel werden bis 2030 voraussichtlich zwischen 98,5 und 168 Terawattstunde Strom verbraucht - etwa so viel wie der gesamte Strombedarf Polens im Jahr 2024 und bis zu fünf Prozent des gesamten EU-Verbrauchs. Laut Ciani hat das auch drastische Folgen für Klimaziele, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Unterdessen scheint sich bereits eine gewisse Abkühlung des KI-Hypes abzuzeichnen. Laut den Marktforschern von Jon Peddie Research haben Investoren seit der Jahrtausendwende zwar 29 Mrd. Dollar in den Bereich investiert. Viele davon, darunter Start-ups, die sich auf die Entwicklung von KI-Chips spezialisiert haben, werden aber bald verschwunden sein, heißt es.

Unrealistische Annahmen

Die Fachfrau warnt davor, dass sich die zusätzliche Stromnachfrage durch die geplanten Rechenzentren nur decken lässt, wenn die Nachfrage aller anderen Sektoren weitgehend unverändert bleibt - was angesichts der zunehmenden Elektrifizierung von Wohnen und Verkehr für Ciani und ihre Kollegen eher als unrealistisch angesehen wird.

"Ohne Gegenmaßnahmen droht der EU ein Trilemma: Abhängigkeit von fossiler Energie, Einschränkungen beim Wirtschaftswachstum oder ein weiteres Zurückfallen im internationalen KI-Wettlauf", schreiben die Wirtschaftsforscher in ihrer Untersuchung. Die Ambitionen Europas müssten daher mit realistischer Planung einhergehen.

Ciani empfiehlt, den Ausbau von Rechenzentren systematisch mit zusätzlicher CO2-armer Stromversorgung zu koppeln, die Planung von Energie und digitaler Infrastruktur stärker zu verzahnen und öffentliche-private Partnerschaften zu nutzen, um den Ausbau erneuerbarer Energien parallel zur neuen KI-Infrastruktur zu sichern.

(Ende)
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