pte20000204024 in Forschung
Kein gezieltes Technologie-Management in Österreich
VA Tech präsentiert Maßnahmenkatalog für effizientes Technologieprogramm
Wien (pte) (pte024/04.02.2000/13:10)
Der Zug ist abgefahren, was die Entwicklung von neuen Schlüsseltechnologien in Österreich betreffe, kritisierte Horst Wiesinger, stv. Generaldirektor der VA Technologie, http://www.vatech.co.at heute, Freitag. Vielmehr soll sich die österreichische Industrie auf die Anwendung von neuen Technologien konzentrieren. Für diesen Applikationstransfer sei es noch nicht zu spät.Weiters bemängelte Wiesinger die Aufsplitterung der Zuständigkeit für die Forschungsförderung auf mehrere Ministerien. Das Gieskannensystem habe dazu geführt, dass Technologiepolitik nicht konsequent genug betrieben worden ist. Wiesinger hätte sich ein Technologie-Ministerium zum Verfolgen eines fokussierten Technologie-Managements gewunscht. Der Technologiebeirat, von dem jetzt die Rede ist, sei das absolute Minimum zum Erreichen dieses Zieles.
Wenn man weiter auf die Erhöhung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2005 zielt, müssen nach Einschätzungen Wiesingers ca. 140 Mrd. Schilling in die Forschung und Entwicklung investiert werden. Für eine effiziente Technologiepolitik reiche aber finanzielle Förderung nicht aus. Die Forschungseffizienz müsse erhöht werden. Dafür sei es wichtig, stärkere Zwischenmeilensteine zu setzen. Man müsse den Mut haben, ein Projekt evtl. abzubrechen, wenn dieses nicht die gewunschten Ergebnisse bringt. Nur so könnte man aus den eigenen Fehlern lernen. Die für die österreichische Industrie typische Einstellung, dass man keinen Fehler machen darf, sei nicht konstruktiv.
Die internationalen Reaktionen auf die jüngsten politischen Entwicklungen seien sicher nicht hilfreich für Österreich, bedauerte Wiesinger. Der stv. Generaldirektor denkt deshalb daran, in nächster Zeit eine Kundentour zu machen. Neben den Politikern sei die Industrie auch aufgefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten. Um verbesserte internationale Verbindungen zu knüpfen, sei eine verstärkte Clusterorientierung auf nationaler und europäischer Ebene notwendig. Als Beispiel zitierte Wiesinger das vor kurzem gegründete Kooperationsprojekt Eurostrip, das die F&E Kompetenzen von Thyssen-Krupp Stahl (Deutschland) http://www.thyssen-krupp-stahl.de , Usinor (Frankreich) http://www.usinor.com und der Voest-Alpine http://www.vait.com im Bereich des Bandgießens bündelt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist für Wiesinger die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Um die Industrie attraktiv für den Nachwuchs zu machen, sei man ständig aufgefordert, aktiv in die Ausbildung einzugreifen und innovativ zu sein. Unter dieser Hinsicht plant Wiesinger die Schaffung eines "Ideenwettbewerbes", um umsetzungsfähige, innovative Ideen zu fördern. (Ende)
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