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pts20200306015 Kultur/Lifestyle, Medien/Kommunikation

Jubiläumsausstellung zum 100. Todestag von Max Klinger

Museum der bildenden Künste Leipzig zeigt bis 14. Juni "Klinger 2020"


Leipzig (pts015/06.03.2020/10:30) - Max Klinger (1857-1920) galt unter seinen Zeitgenossen als der "deutsche Michelangelo" und war nicht nur für seine Skulpturen und Gemälde berühmt, sondern vor allem für seine Druckgraphiken. Anlässlich seines 100. Todestages widmet das Museum der bildenden Künste Leipzig dem sächsischen Künstler vom 6. März bis 14. Juni 2020 eine umfassende Ausstellung. Unter dem Titel "KLINGER 2020" wird sein Schaffen und Werk in einen internationalen Kontext gestellt.

Das Museum der bildenden Künste Leipzig verfügt über die weltweit größte Klinger-Sammlung. Darunter befinden sich Hauptwerke wie die großformatigen Gemälde "Kreuzigung Christi", "Christus im Olymp" und die Monumentalskulptur des "Beethoven". Auch grafische Zyklen und zahlreiche Zeichnungen, Druckplatten, Entwurfsgipse und zeitgenössische Fotografien gehören zum Repertoire. Die Jubiläumsausstellung veranschaulicht in mehreren Kapiteln das facettenreiche Werk des Künstlers. Ergänzt werden die Bestände des Museums durch zahlreiche nationale und internationale Leihgaben.

In einem Teil der Ausstellung steht gesondert das Verhältnis von Max Klinger und Käthe Kollwitz im Mittelpunkt. Die vielfältigen Aspekte ihrer Beziehung und Klingers künstlerischer Einfluss auf Käthe Kollwitz werden anhand von grafischen Werken beider Künstler erstmals umfassend dokumentiert. Im Jahr 1900 lernte Klinger Auguste Rodin persönlich kennen, dessen Werke er bereits bewunderte. Aus dieser Pariser Bekanntschaft entspann sich eine mehrjährige Korrespondenz. In der Ausstellung "KLINGER 2020" werden mehrere Leihgaben des Musée Rodin (Paris) präsentiert, darunter bedeutende Skulpturen.

Max Klingers letzter grafischer Zyklus "Zelt" bildet den Ausgangspunkt für die Darstellung seiner 40-jährigen Beschäftigung mit den Themen Sexualität, Liebe und Erotik sowie dem Verhältnis der Geschlechter. Anzunehmen ist, dass der Künstler in "Zelt" seine Beziehung zu Frauen, insbesondere seinem Verhältnis zur Schriftstellerin Elsa Asenijeff und dem Modell Gertrud Bock, reflektiert. Weiterhin werden erstmals Klingers Entwürfe für das Treppenhaus des alten Museumsgebäudes am Augustusplatz, die Tafelaufsätze für das Leipziger Rathaus sowie die Ausgestaltung der Villa Albers in Berlin-Steglitz präsentiert.

Max Klingers Kunst wurde maßgeblich durch seine Reisen und mehrjährigen Auslandsaufenthalte geprägt. Insbesondere Paris, Wien und Rom waren wegweisend für seine Arbeit. In Wien begegnete Klinger den Werken von Gustav Klimt und feierte in der österreichischen Hauptstadt seine größten Erfolge. Klingers eigentlicher künstlerischer Fokus lag auf einer Reihe von symbolistischen, mythologischen und religiösen Figurenbildern. Im Mittelpunkt seiner Kunst stand auch die Ästhetik des nackten Menschen. Neben der Malerei widmete sich der Künstler später verstärkt der Bildhauerei.

Max Klinger wurde am 18. Februar 1857 in Leipzig geboren. Nach seiner Ausbildung an den Akademien in Karlsruhe, Berlin und mehreren Studienaufenthalten in Brüssel, Paris und Rom kehrte Klinger 1893 in seine Heimatstadt zurück. Als einer der letzten "Künstlerfürsten" prägte er bis zu seinem Tod das kulturelle Leben Leipzigs. Klinger zählt zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Mit seinen stark vom Symbolismus und vom Jugendstil geprägten Werken verhalf er der modernen Kunst in Deutschland maßgeblich zum Durchbruch. Besonders aufsehenerregend waren Klingers traumbildnerische Grafikzyklen.

Als Mitbegründer des deutschen Künstlerbunds und als Gründer des Vereins "Leipziger Jahresausstellung" nahm er wesentlichen Einfluss auf die Kunstpolitik seiner Zeit. Max Klinger starb am 4. Juli 1920 in Großjena bei Naumburg.

Im Anschluss an die Präsentation in Leipzig wird "KLINGER 2020" im Rahmen des 250. Beethoven-Geburtstags vom 4. September bis 10. Januar 2021 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen sein.

Weitere Informationen: http://www.mdbk.de

(Ende)
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