pte20000515037 in Leben
Initiative "Früherkennung von Brustkrebs" startet im September
Jede achte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens von Brustkrebserkrankung betroffen
Wien (pte037/15.05.2000/15:54)
Der Wiener Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder (Bild) kündigte heute eine Initiative zur Früherkennung von Brustkrebs an. Erklärtes Ziel sei es, mit dieser Aktion mindestens drei Viertel der Frauen zur Untersuchung zu bringen. Mit der Mammografie kann Brustkrebs, noch bevor er tastbar ist, diagnostiziert werden. An der Initiative beteiligten sich die Stadt Wien, die Wiener Ärztekammer und die Wiener Gebietskrankenkasse.1997 hat es 3.733 Krebserkrankungen der weiblichen Wiener Bevölkerung gegeben, ein Viertel davon stellten Krebserkrankungen der Brust dar. "Bis jetzt machen nur ca. 50 Prozent vom Angebot einer Früherkennung mittels Mammografie Gebrauch", so der Stadtrat.
Das Aktionsprogramm sieht folgendermaßen aus: Jede Frau, die in die Risikogruppe fällt (das sind vor allem Frauen zwischen dem fünfzigsten und siebzigsten Lebensjahr), bekommt ein Mailing zugesandt. Die zugesandte Karte kann dabei gleichzeitig als Krankenschein verwendet werden. Lästige Bürokratie bzw. Barrieren sollen dadurch verhindert werden, so Rieder. Insgesamt visiere man bezüglich der Aussendungen einen Personenkreis von 180.000 Frauen an. Das Untersuchungsgebiet bleibt auf Wien beschränkt.
Erstmals soll in Wien zur Steigerung der Sicherheit eine Zweituntersuchung zur Auswertung der Ergebnisse durchgeführt werden. Mit der Initiative will man möglichst nah an EU-Richtlinien herankommen - wie sie beispielsweise auch in England schon eingehalten werden. Dort bekommt jede Frau nach ihrem 50. Geburtstag automatisch alle 3 Jahre eine Einladung zur Brustkrebsuntersuchung zugesandt.
21 Mio. Schilling seien, so der Stadtrat weiter, für die Aktion, deren Erfolg nach ca. 2 Jahren evaluiert wird, in Aussicht gestellt worden. "Bei einer Früherkennung, bei der das Karzinom noch relativ klein, meist zusätzlich ohne Metastasen und Lymphknotenbefall ist, liegt die Überlebensrate bei 75 bis 80 Prozent", so Christoph Zielinski von der Univ. Klinik für Innere Medizin (Abteilung für Onkologie). "Außerdem werde heutzutage in 75 - 80 Prozent der Fälle brusterhaltend operiert, eine Früherkennung kann zu einer solchen Erhaltung der Brust wesentlich beitragen", bemerkt Heinrich Salzer von der Gynäkologischen Abteilung des Wilhelminenspitals. Bei fortgeschrittenen Karzinomen beträgt die Überlebensrate nur mehr 50 Prozent.
"Die Untersuchung selbst ist in ca.10 Sekunden durchgeführt, kann aber durch die Kompression leicht schmerzhaft sein", so Gerhard Lechner von der Univ. Klinik für Radiodiagnostik http://www.univie.ac.at/radio/radio.htm. Den Befund erhalte man nach ein bis zwei Tagen. Empfohlen wird von den Ärzten eine monatliche Selbstuntersuchung, jährliche ärztliche Kontrolle, und ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre die Durchführung einer Mammografie. Am September wird auch eine Hotline zur Initiative eingerichtet. (Ende)
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