pte20000817013 in Forschung
Industrieprototypen aus Eis
Kühlkammern statt Kunststoff
Rolla/USA (pte013/17.08.2000/11:00)
Die Industrie aufs Eis führen will ein US-Professor von der University of Missouri-Rolla http://www.umr.edu/ mit seiner neuen Produktionsmethode für Prototypen. Sie funktioniere noch schneller und vor allem billiger als das weitverbreitete "rapid prototyping".Dabei werden aus Kunststoff sehr schnell komplexe dreidimensionale Prototypen erstellt, die zuvor nur im Computer existierten. Statt auf Kunststoff setzt die neue Methode auf Kühlkammern und Eis und nennt sich "Rapid Freeze Prototyping" (RFP). http://www.umr.edu/~newsinfo/ice.html "Verglichen mit anderen Prototyping-Methoden ist es billiger, schneller und wesentlich sauberer", erklärt Ming Leu, Professor für Integrierte Produktherstellung an der University of Missouri-Rolla. Er gesteht allerdings ein: Eine Herausforderung liegt darin, die Umgebung - und vor allem die Temperatur - immer unter Kontrolle zu halten.
Herkömmliches Rapid Prototyping arbeitet nach der Methode von Tintenstrahldruckern: Schicht für Schicht wird ein Polymer computergesteuert übereinander aufgetragen, bis der gewünschte Gegenstand real existiert. Obwohl billiger und vor allem genauer als präzise Handarbeit, ist das Verfahren wegen der technischen Ausstattung nach wie vor recht teuer. Zudem entsteht viel ungesunder Rauch oder Staub.
Leus Eis-Methode hingegen verwendet sauberen und preiswerten Rohstoff. Sein System setzt in einer Kältekammer Wassertropfen per Düse auf eine Oberfläche. Statt allerdings Schicht für Schicht vorzugehen, erstellt es zunächst eine gefrorene "Hülle" und füllt das Innere später per Wasserstrahl. Dies setzt die Produktionszeit für ein Werkstück deutlich herab, so Leu. RFP befinde sich zwar noch im Experimentalstadium, eröffne Herstellern aber eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. (Ende)
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