pte20000428015 in Leben
Impfstoff gegen Kopfläuse entwickelt
Molekulargenetische Schutzimpfung gegen Parasiten
Bochum (pte015/28.04.2000/11:00)
Trotz moderner Hygiene findet die gemeine Kopflaus auch in der westlichen Welt immer häufiger wieder eine Heimat. Eine hervorragende Möglichkeit für das Insekt, noch unberührte Welten zu erschließen, bietet sich dabei etwa in Kindergärten. Bisherige Gegenmittel helfen zwar zuverlässig, doch beeinträchtigen sie mitunter auch die Gesundheit des Benutzers. Bochumer Wissenschaftler http://www.ruhr-uni-bochum.de/ entwickeln derzeit einen neuen Weg, das lästige Tier gefahrlos loszuwerden."Während sich die Forschung weitgehend auf Giftresistenzen und neue Wirkstoffe konzentriert, wählt unser Ansatz einen völlig neuen Angriffspunkt", schildert Astrid Kollien vom Institut für Spezielle Zoologie an der Universität Bochum. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die eigenen Verdauungsenzyme der Laus: Weil ihre Ernährungsbiochemie hochspezialisiert ist, könnte es schon genügen, ein einzelnes Ferment außer Gefecht zusetzen, um dem Tier den Garaus zu bereiten, meint die Wissenschaftlerin. Das von der Kopflaus gierig aufgesogene Blut würde nicht mehr weiter verarbeitet und die Laus quasi an ihrer Nahrung ersticken.
Im entscheidenden Schritt steht die Entwicklung von Antikörpern, die an das Verdauungsmolekül andocken und es deaktivieren. Schließlich könnten diese Antikörper gewonnen und synthetisch hergestellt werden, um als Impfstoff eingesetzt zu werden. Über das Blut gelangten die Abwehrstoffe dann in die Läuse und blockierten unwiderruflich deren Verdauung, bis sie als pralle rote Kugeln einfach von dem Patienten fallen. Doch bis zur Schutzimpfung gegen Kopfläuse sei der Weg noch weit, denn einerseits bestünden bislang noch keine Erfahrungen mit einer derartigen Impfstrategie, andererseits sei das Zielenzym noch gar nicht gefunden. (dradio) (Ende)
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