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pte20000518014 in Leben

Hirnstamm-Prothesen helfen tauben Menschen

Gute Erfahrungen mit künstlichen Neuroprothesen


Berlin (pte014/18.05.2000/11:00)

Hirnstamm-Prothesen verbessern die Kommunikationsfähigkeit von Menschen, deren Hörnerv zerstört ist. Dies belegen erste Langzeit-Untersuchungen, die auf dem 4. Europäischen Kongress für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften http://www.awmf-online.de/ in Berlin vorgestellt werden. Ähnlich positiv sind auch die Erfahrungen der Spezialisten mit künstlichen Hörschnecken.

Weltweit tragen mehr als 30.000 ertaubte oder taub geborene Kinder und ertaubte Erwachsene eine Innenohr-Prothese, Cochlear Implant genannt. Das Implantat übernimmt - zusammen mit einem Mikrofon und einem Sprachprozessor - die Funktion der zerstörten oder stark geschädigten Hörschnecke (Cochlear). Dazu wird es über Elektroden direkt mit dem Hörnerven verkoppelt. Das Hör- und Sprachvermögen kann sich damit erstaunlich gut entwickeln.

Ist der Hörnerv jedoch zerstört, nutzt eine künstliche Schnecke nichts. Dann müssen die elektrischen Impulse direkt zu einer Gruppe von Nervenzellen, dem Nucleus cochlearis, im Hirnstamm geleitet werden. Möglich ist dies mit so genannten auditorischen Hirnstamm-Prothesen, deren Technik auf jener des Cochlear Implants basiert. Von diesen Prothesen profitieren vor allem Patienten, die an einer seltenen Erbkrankheit, der Neurofibromatose Typ 2, leiden. Bei den betroffenen Menschen entwickeln sich gutartige Tumoren des Zentralnervensystems, zumeist auch an den Hörnerven. Das Geschwulst selbst oder die erforderliche Operation führen dazu dass die Patienten ertauben.

Weltweit tragen 200 Patienten ein Hirnstamm-Implantat mit gutem Erfolg. 1992 pflanzte ein Team um Professor Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Freiburg, und Professor Wolf-Peter Sollmann, Neurochirurg aus Braunschweig, einem Patienten erstmals eine mehrkanalige Hirnstammprothese ein. Seitdem haben nicht nur die Freiburger Ärzte, sondern auch andere Zentren weltweit insgesamt rund 200 Patienten mit einer Hirnstamm-Prothese versorgt, davon etwa 65 in Europa und 30 in Deutschland. In den USA wird die Entwicklung aus Deutschland seit dem 1. Jänner diesen Jahres eingesetzt. Die Implantation erfolgt zusammen mit der Tumorentfernung bei einer einzigen mehrstündigen Operation.

"In der überwiegenden Zahl der Fälle werden Höreindrücke durch das Implantat vermittelt", fasst Professor Roland Laszig die bisherigen Langzeit-Beobachtungen zusammen. "Alle Patienten erfahren eine dramatische Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeiten, wenn sie Implantat und Lippenlesen kombinieren." In speziellen Tests können Patienten Sprachmaterial auch ohne Lippenlesen verstehen. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass 85 Prozent der Betroffenen sich erneut für die Operation entschließen würden. Ein so genanntes "offenes Sprachverstehen", etwa telefonieren, ist jedoch nur in Ausnahmefällen möglich. Die Langzeitergebnisse belegen darüber hinaus, dass die chronische Elektrostimulation das Gehirngewebe nicht beeinträchtigt.

Nun planen die Freiburger Spezialisten die Entwicklung so genannter Nadel-Elektroden, um die Nervenzellen im Nucleus cochlearis noch präziser ansteuern zu können. Denn mitunter kann es geschehen, dass Elektroden nicht-akustische Effekte auslösen und daher nicht benutzt werden können. Dies ist auch der Grund, warum von den 22 implantierten Elektroden, die jeweils Impulse für verschiedene Tonhöhen übertragen, bislang langfristig im Schnitt nur sieben bis acht ohne Nebeneffekte angesteuert werden können. Informationen: Prof. Dr. med. Roland Laszig, E-Mail: laszig@hno1.ukl.uni-freiburg.de und Barbara Ritzert, ProScientia GmbH, E-Mail: proscientia@t-online.de (idw) (Ende)
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