Hassrede im Social-Web ganz normaler Alltag
Gegenreaktionen vieler Junger bleiben laut Universität Tilburg aus mehreren Gründen meist aus
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Angst: Bei Hassrede bleibt eine Gegenreaktion meist aus (Bild: Johnny Gunn, pixabay.com) |
Tilburg (pte003/04.03.2026/06:10)
Für viele Social-Media-Nutzer zwischen 19 und 25 Jahren sind Hassreden im Social-Web ein ganz normaler Teil der Online-Umgebung. Zu dem Schluss kommen Sara Pabian, Eefje van Moorsel und Jennifer van Zon an der Universität Tilburg. Hass gegen prominente Persönlichkeiten wie Politiker und Content-Ersteller finden den Befragten zudem normaler als ähnlich verbale Ausbrüche gegen andere Personen.
Hassreden sind "unnötig"
Es gibt allerdings auch Social-Media-Nutzer, die glauben, dass die Normalisierung von Hassreden im Internet negative Folgen für die Gesellschaft hat. Hassreden trügen zur Polarisierung bei und führten zu Aggressionen in der realen Welt, sowohl physischer als auch verbaler Art.
Die Probanden empfinden Hassreden im Internet auch als "unnötig". Sie neigen dazu, diese einfach zu übersehen, reagieren also nicht darauf, weil sie viele Hindernisse sehen, die sie von Reaktionen abhalten, obwohl eine Intervention möglich wäre, beispielsweise durch das Melden eines Beitrags oder Profils an den Plattformbetreiber oder durch eine konstruktive Reaktion. Vor allem das Melden ist oft mit Hürden verbunden, wie pressetext berichtete.
Sorge vor den Reaktionen
Zu den Hindernissen für ein Eingreifen gehören das Gefühl, nicht ausreichend involviert zu sein, um zu reagieren, der erforderliche Aufwand und die Sorge, dass es wiederum negative Reaktionen geben könnte. Viele gehen auch davon aus, dass eine Reaktion ohnehin keine Folgen haben wird. Sie betonen allerdings, dass ihre fehlende Reaktion nicht bedeutet, dass sie mit dem Inhalt von Online-Hassreden einverstanden sind.
Untätigkeit dient auch dem Selbstschutz. Viele befürchten, dass der Algorithmus, der Inhalte angeblich nutzergerecht präsentiert, ihnen mehr Inhalte dieser Art anzeigt. Sie möchten auch nicht, dass ihre Reaktion dazu beiträgt, Online-Hass weiter zu verbreiten oder viral gehen zu lassen.
"Soziale Medien selbst könnten das Melden von Hassreden attraktiver machen, indem sie den Prozess vereinfachen und transparenter darüber informieren, was nach einer Meldung geschieht und zu welchem Ergebnis sie führt", sagen die Kommunikationswissenschaftlerinnen abschließend.
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