pte20000228035 in Leben
Greenpeace warnt vor Gentech-Saatgut in Österreich
Sickl: Voraussetzungen für Verbot sind in Ausarbeitung
Wien (pte035/28.02.2000/17:55)
Greenpeace Österreich http://www.greenpeace.at alarmierte Montag die Öffentlichkeit: Gentechnologisch veränderter Mais könnte bald auf Österreichs Feldern angebaut werden. Der entsprechende EU-Ausschuss habe kürzlich die EU-weite Zulassung von drei Gentech-Maissorten beschlossen. Davon wären aber nur zwei Sorten wegen eines Importverbotes illegal. Die Maissorte Chardon LL T25 wäre davon nicht betroffen.Der gentechnisch veränderte Mais T25, der herbizidresistent ist, könne nur durch ein Importverbot legal verhindert werden, sagte Susanne Fromwald, Gentechnologie-Referentin von Greenpeace Österreich. "Die Frechheit daran ist, dass im April 1997 rund 1,2 Mio. Österreicher das Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben haben. Darin wurden explizit drei Forderungen gestellt: keine Freisetzung gentechnisch veränderter Produkte, keine gentechnisch-veränderten Lebensmittel, nicht im Import und nicht in der Produktion, und keine Patentierung von Lebewesen", sagte Fromwald gegenüber pressetext.austria.
Die Folge des Volksbegehrens war ein Parlamentsausschuss, ein Gesetz wurde nicht verabschiedet, so Fromwald. Bereits 1996 habe der Hersteller AgrEvo http://www.agrevo.com versucht, den herbizidresistenten Mais T25 in Österreich freizusetzen. Gescheitert ist das Vorhaben auf Grund massiver Proteste der Bevölkerung. AgrEvo, ein Unternehmen der Aventis-Gruppe, versuche nun durch die Hintertür der EU-Sortenzulassung abseits der öffentlichen Kontrolle doch noch auf Österreichs Felder zu kommen. Verhindert könne dies nur durch ein Import- und Anbauverbot werden, so Fromwald.
"Ich bin grundsätzlich gegen jeden Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft", stellte dazu Bundesministerin Elisabeth Sickl fest. Abgesehen von den berechtigten Einwänden aus der Sicht des Umweltschutzes gebe es den verständlichen und legitimen Wunsch der Österreicherinnen und Österreicher nach einer naturnahen Landwirtschaft ohne Gentechnik, so Sickl. "Ich habe bereits Mitte voriger Woche den Auftrag erteilt, die technisch-wissenschaftlichen Voraussetzungen für ein Verbot dieses T25-Mais auszuarbeiten", so die Bundesministerin.
Seit Dezember 1998 kann jede Gentech-Sorte, die in einem EU-Land zwei Jahre im nationalen Sortenkatalog steht, für einen EU-weiten Anbau freigegeben werden. Der Generalvorbehalt Österreichs gegen neue Gensorten wurde zwar angemeldet, juristische Einspruchsmöglichkeiten gebe es jedoch keine mehr. Daher wäre die einzige Möglichkeit ein Importverbot, das in Deutschland, Luxemburg, Griechenland und Frankreich erlassen wurde, sowie ein generelles Anbauverbot.(ww) (Ende)
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