pte20000526005 in Leben
Gift-Cocktail machte Veteranen krank
Wissenschafter sehen ähnliche Gefahren im täglichen Leben
London/Innsbruck (pte005/26.05.2000/10:00)
Nach der Vermutung des amerikanischen Wissenschafter Mohamed Abou-Donia von der Duke University http://www.duke.edu in North Carolina hat eine Mischung aus mehreren Chemikalien das "Gulf War Syndrom" (GWS) verursacht. Er widerspricht damit der Ansicht der amerikanischen Streitkräfte, wonach die Veteranen wegen der psychologischen Belastung im Krieg erkrankt seien. Das GWS führt in der Regel zu sehr schweren Nervenschäden. Betroffene Soldaten weisen bis zu 20 Prozent weniger Zellen im Gehirnstamm auf als ihre gesunden Kollegen. Nach Angaben der Veteranenorganistion http://www.gulfweb.org leiden bis zu 110.000 amerikanische und britische Soldaten an GWS. GWS-Symptome reichen von chronischer Müdigkeit bis hin zu Unfruchtbarkeit und unbestimmte mentale Störungen.Abou-Donai testete speziell drei verschiedene Chemikalien in Tierversuchen, die während des Golfkrieges an die Truppen ausgegeben wurden. Ein Medikament gegen Nervengas, das Insektizid Permethrin und das Insektenschutzmittel Deet. "Wir verwendeten jedes dieser Mittel alleine und sie waren auch in sehr hohen Dosen nicht giftig. Verwendeten wir zwei zusammen, sahen wir einige neurologische Fehlfunktionen und Verhaltensstörungen. Bei einer Kombination aller drei Chemikalien kam es bei den Versuchstieren nicht nur zu neurologischen Störungen, sondern auch zu Lähmungserscheinungen und einige der Tieren starben sogar", sagte Abou-Donai in einem BBC-Interview. Nach Abou-Donai könnte dieser Effekt ebenso im täglichen Leben auftreten und für einige Fälle von Asthma und verschiedene Erbkrankheiten verantwortlich sein.
Auch der Innsbrucker Umweltmediziner Klaus Rhomberg sieht das Problem der gesamttoxischen Belastung im täglichen Leben und verweist auf das dramatische Ansteigen von Asthma und anderer Krankheiten bei Kindern. "Die aufgenommenen Schadstoffe stören die Informationsabläufe auf biomolekularer Ebene und irritieren gerade jene Körperfunktionen, die den höchsten Bedarf an stimmiger Information haben. Dies sind das Zentralnervensystem, das Immunsystem, die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des Kindes im Mutterleib", sagte Rhomberg zu pressetext.austria.
Rhomberg spricht in diesem Zusammenhang auch das Krankheitsbild der Multiplen Chemischen Sensibilität (MCS) an. Diese stellt eine Sonderform der gesamttoxischen Belastung dar. Im Fall von MCS existiert eine noch nicht definierte genetische Schwachstelle, wodurch ein Patient besonders empfindlich auf Umweltgifte reagiert.
Da das Krankheitsbild in Österreich im Gegensatz zu den USA und einigen europäischen Staaten nicht anerkannt ist, könne man keine genaue Angaben machen, wie viele Österreicher an Erkrankungen wegen der gesamttoxischen Belastung oder MCS erkrankt sind. "Aber es wäre absurd zu glauben, dass es in Österreich keine Probleme gibt", meint Rohmberg. Er schätzt, dass bis zu 1000 Österreicher deswegen schwer erkrankt sind. (ds/bbc) (Ende)
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