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pte20000801034 in Leben

Gen-Virus lässt Tumore schrumpfen

Erstmals großangelegte Genbehandlung erfolgreich


Los Angeles (pte034/01.08.2000/16:31)

Die direkte Injektion eines genetisch veränderten Virus in bösartige Tumore hat viele von ihnen zum Schrumpfen gebracht und manche sogar ganz verschwinden lassen. Zu diesem Ergebnis ist eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie der University of Southern California http://www.usc.edu gekommen. 30 britische und amerikanische Patienten, die an Krebs im Kopf- und Nackenbereich litten, wurden mit dem genetisch veränderten Erkältungsvirus ONYX-015 behandelt. Dieser suchte nach einem genetischen Unterschied zwischen Krebszellen und gesunden Zellen und in der Folge wurden nur jene zerstört, deren p53-Gen Unzulänglichkeiten aufwies.

Die Behandlung wurde mit einer Standard-Chemotherapie kombiniert. Die erzielten Ergebnisse waren deutlich besser als jene, die ohne Injektion erreicht werden konnten. Die Tumore schrumpften bei 25 von 30 Patienten. Bei nur 17 Prozent der Patienten wuchsen die Tumore weiter. Bei acht Patienten verschwand der Tumor vollständig und trat während der Untersuchungsperiode auch nicht mehr auf.

Der Wissenschaftler French Anderson sagt, es handle sich bei der aktuellen Studie um den ersten erfolgreichen Versuch einer Genbehandlung in größerem Rahmen. Die Teilnehmer berichteten von grippeähnlichen Nebenwirkungen mit Fieber, Schwäche und Schüttelfrost. Die Art der Behandlung unterscheidet sich von vielen anderen Gentherapien dadurch, dass nicht versucht wird, ein beschädigtes Gen durch ein funktionsfähiges zu ersetzen.

Es wird geschätzt, dass zwischen 45 und 70 Prozent der Tumorzellen bei Krebs im Kopf- und Nackenbereich über Mutationen des p53-Gens verfügen. Dieses Gen unterstützt den Körper normalerweise bei der Reparatur von Schäden, die zu einer Krebserkrankung führen können. (Ende)
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