pte20000702008 in Leben
Gehirnteile altern bei degenerativen Erkrankungen schneller
Präventive Wirkung von Vitamine C und E nutzen
Tübingen (pte008/02.07.2000/11:00)
Professor Johannes Dichgans, Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Tübingen http://www.medizin.uni-tuebingen.de/ , Professor Thomas Brandt, München, und Professor Hans-Joachim Freund, Düsseldorf, haben sich mit dem Alterungsprozess des Gehirns befasst und Dichgans hat auch eine Methode entwickelt um Funktionsstörungen zu messen.Was verändert sich im Gehirn, wenn wir altern? Was unterscheidet diese natürlichen Alterungsprozesse von krankhaften Prozessen bei neurodegenerativen Erkrankungen, die sich zumeist auf bestimmte Gebiete des Gehirns beschränken? "Neurodegenerative Erkrankungen - von Alzheimer über Parkinson bis hin zu Bewegungsstörungen - sind für mehr als die Hälfte aller schweren Behinderungen alter Menschen verantwortlich", erklärt Dichgans. Dabei ähneln viele krankheitsbedingte Veränderungen in bestimmten Gehirnregionen jenen, die auch natürlicherweise im alternden Gehirn auftreten. "Es scheint, als würden bestimmte Teilsysteme des Gehirns bei neurodegenerativen Erkrankungen schneller altern", so der Neurologe.
Für die meisten neurodegenerativen Krankheiten gibt es - wenn überhaupt - allenfalls Möglichkeiten, um den weiteren Verlauf zu verzögern, heilen können die Ärzte diese Leiden bislang nicht. Worauf die Therapieforschung abzielen muss, weiß Dichgans genau: "Sicher ist, dass wir mit unseren Therapieversuchen nicht dort ansetzten sollten, wo der Zelltod eine Zellkrankheit beendet, also nicht bei dem Versuch, die am Schluss stehende Selbstvernichtung der Zellen zu beeinflussen".
Entscheidend ist die Prävention. So können beispielsweise bestimmte Medikamente und Antioxidantien wie die Vitamine C und E die Bildung so genannter freier Radikale unterdrücken, die sowohl bei physiologischen Alterungsprozessen als auch bei der Alzheimerschen, der Parkinsonschen und der Huntingtonschen Erkrankung verstärkt gebildet werden. Doch nicht nur Pillenschlucken kann dazu beitragen, so gesund wie möglich zu altern: "Wichtig ist auch die beharrliche körperliche und geistige Aktivierung", betont Dichgans. Informationen: Prof. Dr. med. Johannes Dichgans, E-Mail: johannes.dichgans@uni-tuebingen.de (idw) (Ende)
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