pte20000512036 in Leben
Frühmenschen verließen Afrika früher als bisher angenommen
1,7 Mio. Jahre alte Skelette in Georgien gefunden
Dmanisi/Georgien (pte036/12.05.2000/17:36)
Nach einem Bericht der Universität von Florida http://www.napa.ufl.edu/ufnews ist der Mensch weit früher aus Afrika ausgewandert, als bisher angenommen. Das belegen zwei Schädel, die ein internationales Forscherteam aus Georgien, Deutschland, Frankreich und den USA letztes Jahr in Dmanisi, in Georgien, entdeckt hatte. Nach Ansicht der Forscher handelt es sich wahrscheinlich um den fast vollständig erhaltenen Schädel eines weiblichen Jugendlichen und das Schädeldach eines jungen Mannes. Die Forscher schätzen das Alter der Knochen auf 1,7 Mio. Jahre. Das ist um 200.000 Jahre früher als der bisher älteste Fund außerhalb Afrikas. Der bisher älteste sichere Fund menschlicher Skelette außerhalb Afrikas in Israel wird auf 1,5 Mio. Jahre datiert.Die gefundenen Knochen weißen eine große Ähnlichkeit mit jenen des Homo ergaster auf, der gewissermaßen afrikanischen Version des Homo erectus, der 1,9 bis 1,4 Mio. Jahre vor unserer Zeit in Afrika lebte. "Das Alter der Ausgrabungsstätte bestätigt unsere Arbeiten, die wir zuvor in Indonesien durchgeführt haben. Demnach haben die Vorfahren des Menschen Afrika sehr früh verlassen - vor 1,7 Mio. bis 1,8 Mio. Jahren, kurz nach der Evolution von relativ größeren Körpern und Gehirnen, aber bevor größere Fortschritte in der Erzeugung von Steinwerkzeugen stattgefunden hatten", meinte Susan Antón von der Universität von Florida in dem Bericht. http://www.napa.ufl.edu/2000news/hominids.htm
Nach der Ansicht von Anton und ihrer Kollegen widerlegen die neuen Funde die bisherige Lehrmeinung, dass die frühen Menschen Afrika erst nach der Entwicklung fortschrittlicher Steinwerkzeuge verlassen hätten. Zusammen mit den Schädeln wurden mehr als 1.000 Steinartefakte ausgegraben. Die zusammen mit den Knochen ausgegrabenen Geräte ähneln stark primitiven, zwei Millionen Jahre alten afrikanischen Werkzeugen.
Nach Ansicht der Paläoanthropologen waren es vor allem ökologische Gründe, die den Menschen zur Auswanderung aus Afrika zwangen. Wegen der zunehmenden Körpergröße stieg der Energiebedarf der Frühmenschen an. Zur Erschließung neuer Nahrungsquellen mussten sie nach Asien und Europa ausweichen. (ufl) (Ende)
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